Teil 12: Pfarrerin Elke Wewetzer

Elke Wewetzer
Pfarrerin Elke Wewetzer. Foto: PR

Nürnberg. Zwischen zwei Dekanaten war Pfarrerin Elke Wewetzer jahrelang unterwegs. Zwischen der Öffentlichkeitsarbeit in Erlangen und der Kircheneintrittsstelle im Nürnberger "eckstein" musste sie ihre Kräfte teilen. Das bedeutete natürlich auch, in zwei Pfarrkapiteln präsent zu sein, die doppelte Menge an Konferenzen zu besuchen und sich "150 Gesichter zu merken". 

Dennoch ließen die beiden Aufgaben sich miteinander vereinbaren - ebenso wie ihre derzeitige Aufgabenteilung zwischen der Kircheneintrittsstelle und der Nürnberger Studierendengemeinde. Obwohl sie nun seit Herbst 2009 deutlich weniger Wege zu bewältigen hat, ist die Zahl der unterschiedlichen Kontakte und Konferenzen kaum geringer geworden. Denn praktisch genau so viele Absprachen wie vorher sind nötig. 

Inzwischen blickt die 42-jährige Pfarrerin schon auf eine ganze Stellenteilungs-Biografie zurück. Sie hat einen klaren Blick für Möglichkeiten und Grenzen. "Man wird nie allen gerecht", zieht Elke Wewetzer Bilanz. So sei es zu einer ihrer wichtigs­ten Fähigkeiten geworden, auch "Nein" sagen zu können, bevor es zu einer Zerreißprobe auf Biegen und Brechen käme. 

Nur äußerst mühsam vereinbaren ließ sich eine halbe Stelle als Religionslehrerin mit der der Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Erlangen. "Die Strukturen passten nicht zusammen", meint sie in der Rückschau. Einerseits der starre Stundenplan, andererseits Anfragen, auf die sie möglichst schnell reagieren sollte. Und dabei konnte sie in die Schule nun wirklich nicht ihr gesamtes Büro mitnehmen. 

Und sie zog die Konsequenzen: Sie ließ sich in der Schule beurlauben und nahm "nur" noch ihre Aufgaben im Dekanat wahr, bevor sie 2006 damit beginnen konnte, die Nürnberger Kircheneintrittsstelle mit aufzubauen. Ab nächstem Jahr wird sie dann mit voller Kraft dafür da sein können, da durch den Landesstellenplan die anfängliche Projektstelle nun endlich entsprechend aufgestockt wird. Dafür wird auch der regionale Umfang deutlich ausgeweitet: Für Kircheneintritte im ganzen nördlichen Bayern ist Elke Wewetzer dann zuständig. Zusammen mit der Kircheneintrittsstelle in München wird sie dann "für ein Thema in der Kirche stehen."

Nach ihrem Spezialvikariat in der Erwachsenenbildung und dem dreisemestrigen Zusatzstudium Publizistik war dann ihr Weg für manche Kreuzungen und Gabelungen bereits vorgezeichnet. "Geerdet" fühlt sie sich vor allem durch ihren Ehemann, einem Ingenieur. Da ist ihr Häuschen am Stadtrand Richtung Fürth zu einem wichtigen Ruhe- und Rückzugsort geworden, obwohl bei Elke ­Wewetzer beruflich durchaus "nicht alles zwischen 9 und 19 Uhr stattfindet". Gerade in der Studierendengemeinde beginnt die Hauptarbeitszeit erst abends, während vormittags dort Bürodienst angesagt ist.

Doch bei allen nötigen Kompromissen - bei einem Rückblick auf die Verbindung ihrer bisherigen Aufgaben kann sie nun dankbar sagen: "Es war ein großer Reichtum und Spielraum, dies alles machen zu können." Und dabei hat sie von allen Seiten viel Verständnis erfahren. Und sie ist schon wieder dabei, für ihre erweiterte Aufgabe in der Kircheneintrittsstelle entsprechende Pläne zu schmieden.  

                                    Susanne Borée

 

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