Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 2.6.2019
Brücke

=> Andacht: Niederknien als große Geste der Demut

Ein Konfirmandenvater sagt bei einem der Vorbereitungstreffen für die Konfirmation: „Ich möchte nicht, dass mein Sohn sich zum Konfirmationssegen hinknien muss. Wir sind doch Protestanten, wir sind nüchtern und vernünftig. Martin Luther hat schließlich auch gesagt „Hier stehe ich – ich kann nicht anders“, und nicht „Hier knie ich …“ – und deshalb möchte ich, dass mein Sohn lernt, dass er vor niemandem in die Knie gehen muss.“ Bis zu einem gewissen Grad hat er recht, als Christen wollen wir aufrichtig sein, aufrecht gehen, Rückgrat haben und mutig einstehen für das, was wir für richtig halten. Das heißt, dass wir nicht so schnell klein beigeben oder den Kopf einziehen sollen ...

(Epheser 3, Verse 14ff.)

Susanne Borée

=> Fest für Gottes Botschaft in der Welt

Es war ein Fest für die Selbstbestimmung und Menschenwürde in diesem Mai: 70 Jahre Grundgesetz gab es am 23. Mai zu feiern. Das ist an sich nicht allzu rund. Einen besonderen Rahmen fand das Jubiläum aber durch die zeitliche Nähe zur Europawahl und zu anderen Jubiläen: Hundert Jahre Weimarer Republik. Schon im Frühsommer 1919 traten Regierungen aus Protest gegen den Versailler Vertrag zurück, den Deutschland dann doch annehmen musste. Im August 1919 trat ihre Verfassung in Kraft. Sie gab den Menschen gute Rechte, hatte aber wenig Schutzmechanismen bei Missbrauch. ...

Bodensee

=> „luv-ahoi!“ am Schwäbischen Meer

„Ein Gottesdienst, den du nicht vergessen wirst“, kündigt Diakon Tobias Bernhard vor Abfahrt an. Zusammen mit Jugendkirchenpfarrerin Johannetta Cornell und einem Team aus Jugendlichen wurde zu einem Gottesdienst auf dem Bodensee eingeladen. Ein Schiff voller Jugendlicher, junger Erwachsener un auch älteren Gottesdienstteilnehmern stach in Lindau in See und nahm die Passagiere auf eine meditative Reise mit: „luv-ahoi!“ Hinterher gab es auch tüchtig Party. Und ja, es war unvergesslich. ...

Hellmuth Möhring

=> Beobachter von Enge und Weite

Der Beobachter stieg aus. Auf der Reise von Amsterdam nach Rothenburg ob der Tauber machte der niederländische Maler Martin Monnickendam (1884–1943) spontan in Bacherach Station. Die Reise im Sommer 1922 sollte per Bahn den Rhein entlang nur einen Tag in Anspruch nehmen. Doch dann weckte der Ortsname Erinnerungen: Gab es zu dem Ort am Rhein nicht eine Erzählung Heinrich Heines über ein Pogrom Ende des 13. Jahrhunderts, nachdem die Juden eines Ritualmordes beschuldigt worden waren? Doch niemand am Ort konnte ihnen mehr darüber berichten. So erinnert sich jedenfalls Tochter Monarosa. Weiter ging es dann am nächsten Tag. Auf Rat seines Arztes sollte sich der Maler nach einem Ischiasanfall mit seiner Familie erholen. Dabei ruhte sich Monnickendam weniger als erhofft aus. Täglich war er unterwegs. ...