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Gegen falsche Naivität

Auch die liebeshungrigsten Nutzer sollten sich vor der Anmeldung genau über die verschiedensten Vermittlungsdienste klar werden. Verbraucherzentralen warnen daneben vor folgenden Fallstricken: Undurchsichtiger Preisstruktur, geschickt versteckte Kündigungsfristen oder Kontaktadressen außerhalb Deutschlands.

Parship sitzt in Hamburg. Ihre Preise sind nicht gerade ein Schnäppchen, lassen sich aber schnell einsehen. Da gibt es verschiedene Rabatte – etwa zu Valentin. Parship selbst verweist da auf seine Leistungen und wolle mit diesen Preisen nur ernsthaft Suchende ansprechen. Auch kostenlose Mitgliedschaften lassen sich wählen – doch nur sehr eingeschränkt nutzbar. Die Kündigungsfrist liegt offenbar bei drei Monaten.

Häufiger besteht wohl die Gefahr, dass sich andere Nutzer ein möglichst schönes Profil zugelegt haben, aber eher nach ihrem Nutzen oder Geld suchen.
Jana Bogatz versichert, „größten Wert auf die Sicherheit“ der Mitglieder zu legen. „Unser erklärtes Ziel ist es deshalb, unseren Kunden eine seriöse, niveauvolle Mitgliederbasis und bestmöglichen Schutz vor Betrügern zu bieten.“ Es lasse sich jedoch „nicht hundertprozentig ausschließen.“ Sie setzen auf Aufklärung. Und: „Alle Freitextfelder und Fotos im Profil werden durch unseren Kundenservice geprüft. Fehlverhalten führe zu Ausschluss. Parship dürfe aber „aus datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht überprüfen, ob die Angaben korrekt seien“.

Joachim Buse berichtet in seinem Buch von einem Kontakt mit einer angeblichen Ärztin. Sie besteht darauf, unkonventionelle Erfahrungen zu sammeln. Da reagiert er zu Recht vorsichtig: Ist sie auf Männerfang oder bietet gar professionelle Dienste an? Wenn andere Mitglieder „auffällige und unseriöse Profile“ melden würden, ginge Parship damit durch Sperrung dieser Profile bis hin zur Strafanzeige vor.
Am sichersten sind Treffen an einem neutralen Ort wie ein seriöses Café oder Restaurant – nicht zu Hause und schon gar nicht in das Auto des anderen steigen. Zumindest sollte eine Vertrauensperson wissen, dass und wo man sich trifft.

Achtung, wenn das virtuelle Gegenüber schnell von Geld spricht und urplötzlich in eine finanzielle Notsituation gerät! Nie in solchen Fällen helfen! Da ist Vorsicht und Gegenprüfen angesagt. Wenn Treffen nicht zustande kommen, sowieso.

Und wie gehen die Partnerschafts­agenturen mit der Vielzahl persönlicher Daten und Charaktereigenschaften um, die die Nutzer bei ihnen preisgeben? Jana Bogatz von Parship: „Unsere Kunden zahlen einen Beitrag dafür, dass wir Ihnen besonders gut passende Partnervorschläge machen und darüber finanzieren wir unseren Service, nicht über Werbeeinnahmen.“ Dann verweist sie fast schon ein wenig spitz auf die Datenschutzbestimmungen.

Wenn mit den Kundendaten etwas passiert“, so auch Joachim Buse, wäre es die größte Katastrophe für eine Partnerschaftsvermittlung. Er glaube, dass da möglichst größte Sicherheitsschranken vorhanden seien. Die Kunden müssen sich da­rauf einlassen. Eine seriöse Kontaktsuche erfordert neben solchen Entscheidungen viel Zeit, um auszuwählen und zu antworten. Nicht verwunderlich, dass gerade am Wochenende viele Mitglieder aktiv sind oder hinzukommen. „Beziehungen kosten immer Zeit“, so Göbel. „Und emotionales Futter“, fügt sie hinzu. Dies sei nicht nur bei der Online-Partnervermittlung so, sondern auch in langen Partnerschaften.

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