Editorial: Von ganzem Herzen

Martin Bek-Baier
Martin Bek-Baier

''Christen müssten mir erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte." Ausgerechnet ein Kirchenkritiker kommt immer dann zur Sprache, wenn es um innerkirchliche Erneuerung und die Stärkung der Spiritualität in der Kirche geht. Friedrich Nietzsche wurde von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm auf der Frühjahrstagung der Landessynode zitiert. Hauptthema ist diesmal "Missionarisch Kirche".

Die Kirche und ihre Vertreter sollen Mission als Zeugnis verstehen, sagte der Bischof. Mission sei kein strategischer Versuch, Menschen zu einem Bekenntnis zu veranlassen. Auch sei sie keine Maßnahme, um die Kirche zu vergrößern.
"Ohne Liebe gibt es keine missionarische Ausstrahlung", so der Bischof. Sie erwächst aus der Liebe Gottes zu uns Menschen. Kirche und die, die in ihr arbeiten und wirken  müssten selbst Liebe ausstrahlen. Als Zeichen galt ein kleines Herz, dass der Bischof und die Mitglieder des Synodalpräsidiums in die Kameras der Presse hielten. Mitgebracht hatte es Pfarrer Erik Hermanns aus Mindelheim. Auch er findet, dass Mission von?herzen kommen müsse. "Mission ist die Basis für alles, was in der Kirche geschieht: wenn Menschen zu Gott gerufen werden, sich ihm anvertrauen und miteinander ihren Glauben leben", sagt er.

Doch Mission lebt gerade auch vom Dialog, von der Wertschätzung des anderen, so Bedford-Strohm. Aber wer sich in den Dialog begibt, muss selbst wissen, was er glaubt. Und Hand aufs Herz, da liegt es manchmal im Argen. Daher formulierte der Bischof fünf grundlegende Glaubensinhalte, "Essentials" nennt er sie auf Neudeutsch: Trinitätslehre, der Zusammenhang von Kreuz und Auf­erstehung, Gottes Liebe und die Hoffnung auf Vergebung, die Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe sowie die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Ob dieser hehre Anspruch an jeden Christen dazu beiträgt, dass er erlöster aussieht, wichtiger noch, sich erlöst fühlt? Es stimmt schon: Wer den Anspruch hat von seinem Glauben anderen mitzuteilen, sollte sich im Klaren sein, an was er glaubt. Ein Anfang ist aber bestimmt das Herz am rechten Fleck zu haben: Sich von Gott geliebt zu wissen und mit dem Herzen bei der Sache sein. Ach, wenn Kirche immer so liebenswert wäre!

                                 Martin Bek-Baier

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