Andacht: In freudiger Erwartung

Bethlehem
Bei der Geburtskirche in Bethlehem. Foto: Frank

Dafür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn dass sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir nichts bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, auch was im Finstern verborgen ist, und wird das Treiben der Herzen offenbar machen. Alsdann wird einem jeglichen von Gott sein Lob widerfahren.

1. Korinther 4,1-5

 

Paulus hält es für notwendig, den Akzent unserer Haltung zum Advent richtig zu setzen: Von einer anhei­melnden Gemütlichkeit weg zu der Spannung hin in der wir leben. Christen sind Verwandelte, verwandelt vom Kommen Jesu in diese Welt. Als Verwandelte, die sich auf den Herrn Jesus Christus besinnen, müssen sie leben. So rät Paulus seiner Gemeinde in Korinth. Konkret rät er: Rechthaberei und Geltungssucht sollten keinen Platz haben im Umgang von Christen untereinander. Fehler macht jeder, da muss man nicht ständig seinen Mitmenschen seine Fehler unter die Nase reiben. Wenn einer von seiner eigenen Unzulänglichkeit weiß, fällt es ihm auch leichter, mit seinem Mitmenschen barmherziger zu sein.

Wenn wir uns in diesen Tagen auf das Kind in der Krippe besinnen, dann nicht in Gefühlsduselei, sondern im Wissen, dort liegt der, der später für mich und meine Sünden ans Kreuz gegangen ist, um mir den Weg zu Gott frei zu machen. Dies kann eine - freilich stille und verhaltene - aber eine glücklich machende Vorfreude auf das Weihnachtsfest geben.

Als die treuen und tätigen Haushalter leben wir in der Hoffnung auf das Reich Gottes. Was in der Welt verkehrt ist, wird wieder umgekehrt. Auch unser Adventstext endet ziemlich "verkehrt": "Wenn das zutage kommt, was im Finstern verborgen ist", wenn Gott über die Person richtet, dann wird eben nicht ewiges Heulen und Zähneklappern sein, sondern: "dann wird einem jeden und einer jeden von Gott sein Lob widerfahren." "Gott will im Dunkeln wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht, wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht." So dichtet Jochen Klepper.

Es gehört zu den Funktionen des Haushalters, Lob auszusprechen. Wir sind solche Haushalter. Nicht das suchen, worüber man richten kann, sondern das, was es zu loben gibt, die andern - und sich selbst - im Lichte Gottes sehen, als Gottes geliebte Kinder.

Christian Schmidt
Regionalbischof des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg

 

Gebet:

Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu’r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Amen

(EG 9,6)

 

Lied (EG 10):

Mit Ernst, o Menschenkinder

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