Mit weniger Energie zu mehr Lebensfreude

170
Waschmaschine Kühlschrank Energiesparend pixabay

Stromsparen – längst nicht nur für Pfennigfuchser, sondern als verantwortungsvolles Tun

Längeres Spülen schluckt weniger Strom: Was auf den ersten Blick ein wenig unlogisch klingt, rechnet sich bei Spülmaschinen. Denn bei Kurzprogrammen werden bei weniger Zeit höhere Temperaturen benötigt, so die Verbraucherzentralen.

Nie war Stromsparen nötiger als jetzt. Zu häufiges Duschen oder Film-abende aus dem Internet machen sich bei immer mehr Menschen im Geldbeutel bemerkbar. Ein genauer Blick auf die Temperaturen beim Baden oder Waschen ist nicht nur in der Passionszeit ein heilsamer Verzicht. Manches ist selbstverständlich, doch zeigt unser „Frosch“ auf dem Bild, wie es nicht geht: 

Den Kühlschrank und besonders das Tiefkühlfach nicht länger offenhalten als nötig (und etwa 7 Grad Celsius im oberen Fach des Kühlschranks und -18 Grad für Gefriergut reichen völlig aus). 

Speisen nicht warm in den Kühlschrank stellen und Tiefkühlkost möglichst dort auftauen. Eis regelmäßig abtauen. Dann kann sich das wechselwarme Tier zu einem wunderbaren „Froschkönig“ wandeln. 

Es geht da nicht um Verzicht und Askese, sondern weitet den Blick auf neue Handlungsmöglichkeiten. Selbst große Stromfresser drohen uns so nicht mehr zu verschlingen, sondern wir können ihnen entgegentreten. Marcel Neberich, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Fürth, gibt Tipps zum angepassten Stromverbrauch. Das reicht von einfachen, aber effektiven Ideen bis zum Blick auf die Stromfresser wie Waschmaschine oder Tiefkühltruhe.

Bei einer persönlichen Beratung schaut der Architekt sich die Möglichkeiten baulicher Maßnahmen an. Das benötigt aber eine individuelle Prüfung. Ebenso wird es schnell kompliziert, wenn Stromanbieter ihren Nutzern kündigen – gerade den vermutlich Schwächsten. Dann fällt zwar nicht der Strom aus, aber der Grundversorger übernimmt die Stromlieferung gerne zum ungünstigsten Tarif. Wenigstens kann Marcel Neberich die Meldungen nicht bestätigen, dass plötzlich absolute Horror-Rechnungen auflaufen. Das habe er noch nicht erlebt. Aber die Verbraucherzentralen arbeiten daran, auch die Zulässigkeit der ungünstigen Tarife zu klären. Bis dahin rät er, diesem zu widersprechen.  

Doch auch ohne eine solche Aufregung, die schlaflose Nächte bereiten kann, lohnt es sich, ein paar allgemeine und einfache Tipps zum Stromsparen zu beherzigen. Darüber informieren auch die Verbraucherzentralen online, Marcel Neberich fügt da noch weitere Erklärungen und Tricks hinzu.

Tricks mit Zauberkraft

Da lässt sich weiter die Küche betrachten: Zu den einfachen Möglichkeiten des Stromsparens dort gehört es, im Wasserkocher das kostbare Nass zu erhitzen – auch wenn es für eine Suppe gedacht ist. Das ist dann sogar zeitsparender als auf dem elektrischen Herd. Selbstverständlich nicht mehr kochen als nötig ist. 

Braten und Kochen immer mit geschlossenem Deckel. Beim Garen möglichst wenig Wasser nehmen. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Zeit. Backen mit Umlauf spart 15 Prozent Energie. Oft lohnt der Verzicht auf das Vorheizen.

Für Spül- und Waschmaschine lohnt es sich ein wenig zu überlegen: Brauche ich höhere Temperaturen für die Hygiene wirklich? Und die Geräte nur gut gefüllt laufen lassen. Weiter: Ist ein Wäschetrockner nötig oder reicht es, die feuchte Kleidung aufzuhängen? Natürlich bei jedem Neukauf auf stromsparende Geräte achten. Dazu sollten inzwischen die genauen Kilowattstunden im Verbrauch angegeben sein. Und Verbrauchsmessgeräte, die viele Verbraucherzentralen ausleihen, die aber auch für wenige Euro im Baumarkt erhältlich sind, zeigen genau den Stromverbrauch der vorhandenen Geräte im Haushalt. 

„Wir leisten uns mehrere Energieträger gleichzeitig“, so Neberich zwischendurch. Beim notwendigen Umstieg auf erneuerbare Energien sind Investitionen nötig. Noch lässt sich Strom aus Sonne und Wind-energie nur aufwendig speichern. Und er entsteht meist dann, wenn er weniger gebraucht wird. Da sind traditionelle Methoden parallel notwendig – zumal sich der Ausbau von Windparks und Stromtrassen verzögert und der Ausstieg aus der Atomenergie gerade im Gange ist. Das hat natürlich seinen Preis. Die Elektromobilität oder die Produktion von Wärme durch die elektrische Hilfsenergie der Wärmepumpen ist energetisch sinnvoll, so Neberich, doch durch die erhöhten Stromkosten gerät das nun ins Hintertreffen. 

Doch nun geht es erst einmal weiter ins Bad: Ein Sparduschkopf verbraucht weniger (warmes) Wasser. Die Temperatur im Durchlauerhitzer für das Wasser nur so einstellen, dass in der heißesten Einstellung angenehm warmes Wasser kommt.

Und weiter ins Arbeitszimmer: Gerne LED-Licht einsetzen – Glühbirnen geben 90 Prozent ihrer Energie nicht als Licht, sondern Wärme ab. Alle Geräte aus der Steckdose ziehen, die nicht unbedingt einen Stand-by-Modus benötigen. Eine Steckerleiste mit Schalter lässt sich mit einem Handgriff gesammelt ausschalten. „Ich habe einmal eine Wärmebildkamera auf eine eingeschaltete Steckerleiste gehalten“, so Marcel Neberich. Es beeindruckte ihn, wie viel mehr Wärme sie im Vergleich zur Umgebung abgab – alles sinnlose Stromkosten. Zwar erst mal nicht bedeutend, aber das summiert sich.

Welche Stecker fühlen sich schön warm an? Das merkt jeder Frosch. Dann frisst dies Energie. Gerade keine Ladegeräte in der Steckdose lassen. Nachts das Smartphone vom Netz nehmen, das zieht weniger Strom. Videos und Musik nicht streamen, sondern herunterladen, LAN-Kabel statt WLAN verwenden.

Beim Heizen auch für den kaltblütigen Frosch Thermostate nicht so hoch einstellen. Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern und Türen quer durch die Wohnung bringt den effizientesten Luftaustausch. Dieses kurze heftige Lüften hat deutlich weniger Wärmeverlust zur Folge als dauerndes Kipplüften.

Dies alles geht darüber hinaus, den Stromzähler manisch zu beobachten:  Durch manche Wege lässt sich sogar Zeit gewinnen oder Lebensfreude aus der Kraft der Veränderung. Es kann Lebensgewohnheiten nachhaltig ändern und weite Sprünge tun. Susanne Borée

Mehr und ausführlichere Infos zum Energiesparen unter anderem:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/strom-sparen/strom-sparen-im-haushalt-einfache-tipps-10734

https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/pressemeldungen/energie/richtig-heizen-entlastet-geldbeutel-und-umwelt-66966

Achtsamer Umgang mit Lebensmitteln diesmal https://klimafasten.de