Andacht: Wie kommt der Fisch aufs Auto?

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Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am Ufer des Sees Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und er bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im anderen Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander gemacht hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote an Land und verließen alles und folgten ihm nach.    

Lukas 5, 1–11

Ich freue mich wenn ich am Heck eines Autos einen Fisch sehe. Meist ist es kein Hinweis auf die Angelleidenschaft des Fahrers. Da gibt sich jemand als Christenmensch zu erkennen. Der Fisch als Erkennungs- und Bekenntniszeichen hat eine lange Tradition. Für verfolgte Christen war er ein Geheimzeichen. Das griechische Wort für Fisch markiert mit seinen Buchstaben eine Kurzform des Glaubensbekenntnisses: Jesus Christus Gottes Sohn ist unser Erlöser! Der Fisch erinnert an das Wirken von Jesus. 

In seiner Verkündigung und seinen Wundern spielt er eine Rolle. Einige seiner Nachfolger waren Fischer. Lukas erzählt, wie sie mitten im Alltag die Stimme von Jesus hören. Nach einer langen, anstrengenden und frustrierenden Nacht sollen sie noch einmal die Netze auswerfen. Es gilt gegen alle Erfahrung Neues zu wagen. Indem Petrus und seine Freunde Jesus gehorchen, erleben sie ein großes Wunder. Sie machen einen großen Fang. Nach diesem Wunder geschieht das viel größere. Petrus erkennt im Licht von Jesus seine Situation. Er wendet sich an ihn und Jesus wendet sich ihm zu. Für den Weg des Vertrauens ist das Hören auf die Worte von Jesus entscheidend. Der Glaube kommt aus der Predigt. Gottes Wort kann einen Menschen mitten im Alltag erreichen, die Situation völlig verändern und dem Leben eine neue Richtung geben. Nach dem Hören kommt das Handeln. 

Petrus soll künftig Menschenfischer sein. Er und seine Freunde machen sich auf den Weg mit Jesus. Auf Jesu Worte hören, ihm vertrauen und seinen Willen umzusetzen, ist auch heute entscheidend. Es ist der bleibende Auftrag für Christen, Jesus nachzufolgen, ihn als den Herrn zu bekennen und andere zu ihm einzuladen. Michael Wehrwein, Dekan i.R.

Gebet: Herr gib, dass wir dein Wort nicht nur hören, sondern auch umsetzen. Amen.     

Lied 225: Komm, sag es allen weiter