Die Botschaft auf neuen Wegen verkündet

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Einige der Jubilare, die in Ansbach in der St. Johanniskirche mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Mitte) in einem Gottesdienst ihr 27-jähriges Ordinationsjubiläum begingen.Foto: Sabine Baier
Einige der Jubilare, die in Ansbach in der St. Johanniskirche mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Mitte) in einem Gottesdienst ihr 27-jähriges Ordinationsjubiläum begingen.Foto: Sabine Baier

25-jähriges Ordinationsjubiläum in Ansbach nach 27 Jahren gefeiert

Ansbach. Es dürfte das ungewöhnlichste Ordinationsjubiläum gewesen sein, das in der Ansbacher St. Johanniskirche je gefeiert wurde. 27 Jahre nach der Ordination fanden sich 46 Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ein, um an dieses für sie prägende Fest zurückzudenken. Natürlich ist das krumme Jubeldatum der Pandemie geschuldet, denn schon im Jahre 2020 hätte sich das Jubiläum zum 25. Mal gejährt. 

„27 Jahre Ordinationsjubiläum heißt 27 Jahre das volle Leben zu leben  und 27 Jahre die vollen Stimmen zu hören – aus dem Inneren und von Außen“, sagte Oberkirchenrat Christian Kopp, Regionalbischof von München-Oberbayern, in der Festpredigt. Alternierend hält immer ein Mitglied des Landeskirchenrates die Predigt zu Ordinationsjubiläen. Wie es der Zufall wollte, wurde Kopp an diesem Tag vor 28 Jahren ordiniert.  Begleitet habe ihn in dieser ganzen Zeit sein Talar, sagte Kopp: „Mein Talar hat viel mit mir erlebt.“ Ein Loch habe er bekommen, der Samtsattel sei in der Sonne ver-blichen. Schäden die inzwischen repariert wurden. „Er ist mir in all den Jahren ein guter Freund geworden und ging mit mir durch dick und dünn!“

In seiner Predigt legte er den Wochenspruch „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Korinther 5, 17), aus. Die Kirche müsse stets neue Wege beschreiten, um die immer gleiche Botschaft zu den Menschen zu bringen, beschrieb Kopp die Aufgabe der Ordinierten. „Wir haben eine experimentierfreudige Kirche, die Lust hat, etwas auszuprobieren und sich selbst auszuprobieren.“ Den Jubilaren rief er zu: „Und Sie haben viel ausprobiert!“ Natürlich geschehen auch Fehler, räumte er ein. „Die sollen uns aber nicht abhalten immer wieder Neues zu probieren! Ich wünsche mir, dass wir als Kirche vieles ermöglichen!“ Den Zuspruch „Ist jemand in Christus“ legte er dahingehend aus, dass Gott freie Menschen möchte. „Unsere Aufgabe als Ordinierte ist, Menschen in die Freiheit zu führen.“

Pfarrerin Corinna Hektor, Vorsitzende des Pfarrerinnen- und Pfarrervereins bestärkte: „Wir sind zur Freiheit berufen. Wir sind nicht Angestellte eines Kirchenvorstandes. Wir sind Angestellte der Landeskirche. Aber mein Chef sitzt auch nicht in München, denn nur ihm – Gott –bin ich verpflichtet.“ Sie beschrieb die Gemeinschaft der Ordinierten, als Gemeinschaft von Geschwistern.

Zusammen mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm verteilte sie den Jubilaren Ordinationskreuze und gratulierten ihnen persönlich. Der Bischof sprach für die Jubilare einen Segen.  

An der Feier in der Johanneskirche nahmen als Vertreter der Kirche und verschiedener Vereinigungen auch der Personalreferent der Kirche Oberkirchenrat Stefan Reimers, der Ansbacher Dekan Matthias Büttner, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrerinnen- und Pfarrervereins Pfarrer Daniel Tenberg, Erding, Pfarrerin Claudie Schlottke, Rothenburg ob der Tauber  für den Theologinnenkonvent  sowie Pfarrerin Veronika Mavredis, Rottenburg an der Laaber teil.

Auch wenn Christian Kopp in seiner Predigt sagte, alle seien vor 27 Jahren „irgendwo in Bayern“ ordiniert worden, traf es für mindestens einen Jubilar nicht zu: Alois Schwarz aus Nürnberg. Er war der „Exot“ unter den Ordinierten. Der inzwischen pensionierte Pfarrer, geboren in  Ering am Inn, wurde, nach einem Umweg über Südafrika und einem Studium in Saskatoon, Provinz Saskatchewan, in Regina, Kanada ordiniert. 2003 trat er den Dienst in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern an. Schwarz tat Pfarrdienst im Dekanat Hof und Nördlingen und war Missionar für Mission EineWelt in Papua Neuguinea und auf den Philippinen. Seit einiger Zeit ist er auch Autor für das Sonntagsblatt.