Kompass – für Leben, Glück und Freiheit

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Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern zu den Geboten Gottes

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! […] Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

aus Exodus 20, 1–17

Klar! Die 10 Gebote sind wichtig und bedeutsam. Niemand kommt an ihnen vorbei. Sie stehen in der Bibel und in Luthers Katechismus. Fast jeder hat schon von den 10 Geboten gehört. 

Ich finde es gut, dass Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht, im Konfirmandenunterricht über sie nachdenken und sie lernen. Insofern sind sie ein Megadenkmal unter den Weisungen, Regeln und Gesetzen der Bibel und darüber hinaus. Wegweisend eben. Aber schon in alter Zeit stellte sich die Frage, wie man mit den Geboten umgeht. 

Sind sie eine notwendige, aber lästige Verpflichtung? Und was nicht direkt angesprochen wird, muss auch nicht getan werden. Wer darüber nachdenkt, kommt zum Schluss, dass so immer wieder neue Gesetze geschaffen werden müssen, um den Frieden im täglichen Zusammenleben zu retten. 

Oder wir verstehen die Gebote als Hinweise, wie die Liebe zu Gott, zu den Mitmenschen, zu den Tieren und zur Welt gelebt werden kann. Dann sind sie nicht zuerst Forderungen an das Verhalten anderer. Sie zeigen mir meinen Weg im Umgang mit Gott und der Welt. Und es müssen nicht viele Anweisungen sein. zehn genügen. So wenig Gesetze wie nötig. So viel Freiheit wie möglich. Für dieses Verständnis finden wir schon in den Büchern von Mose und auch bei Jesus den Hinweis: Die Liebe zu Gott und zu den Menschen ist die Richtung, in der wir die Gebote verstehen und leben sollen. Insofern sind die 10 Gebote ein Mini-Gesetzbuch, ein Taschenkompass für gelebte Liebe: erlernbar, erinnerbar und verständlich.

Rainer Horn, Dekan, Leutershausen

Gebet: Deine Gebote, Gott, zeigen mir den Weg, dich zu ehren und zu lieben. Du weißt: Ich tue mich schwer mit Menschen, die es mir schwer machen. Befreie mich zu einem neuen Anfang und hilf mir und den anderen. Amen. 

Lied 494: In Gottes Namen fang ich an