Gottes Schöpfung bewahren

394
Martin Bek-Baier
Chefredakteur Martin Bek-Baier, Hintergrundbild von Pixabay

Editorial im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern von Chefredakteur Martin Bei-Baier

Verdorrte Ernte in Nicaragua, weggespülte Felder und Wege in Tansania, Abholzung des Regenwaldes in Malaysia, verheerende Überschwemmungen in Bayern: Ich habe Bauern besucht auf fünf Kontinenten. Und überall ist die Veränderung des Klimas großes Thema. Da kann man nichts interpretieren oder wegdiskutieren. Kleinbauern in Asien, Afrika, Nord- und Südamerika und Europa spüren die negativen Auswirkungen bereits jetzt. Und sie wissen, nichts ist mehr so, wie es nach Erfahrungen und Überlieferungen der Alten sein sollte. Mittlerweile ist es weltweiter Konsens: Diese außergewöhnlichen Katastrophen sind hausgemacht.

Manche Mitmenschen sind der Meinung, dieses Thema hat nichts mit Kirche und Glaube zu tun. Aber das Thema Schöpfung kommt mehrmals in der Bibel vor. Gleich zu Beginn, im 1. Buch Mose, gibt Gott der Menschheit den Auftrag die Schöpfung nicht nur zu bebauen, sondern auch zu bewahren. Leider wurde dieser Aspekt in der Vergangenheit oft überlesen. Manche Psalmen spiegeln die Ehrfurcht der Beter über Gottes Schöpfung wider. Und im Buch Hiob lässt der Autor Gott selbst über die Wunder seiner Schöpfung sprechen, die der Mensch doch niemals erfassen kann. Trotz unserer naturwissenschaftlichen Kenntnisse, gilt das nach 2.500 Jahren immer noch. Im Grunde können wir Menschen die Zusammenhänge in der Natur nur bruchstückhaft begreifen. 

Der Evangelische Pressedienst (epd) hat im Vorfeld der Landtagswahl Katharina Schulze, die Grünenchefin in Bayern, kritisch befragt. Klimaschutz ist jedoch kein Thema, das nur eine politische Partei betrifft, oder das nur eine Partei alleine beanspruchen kann. Es sind sich (fast) alle Parteien darüber im Klaren, dass es eines der wichtigsten Themen für uns und folgende Generationen ist. 

Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden im Sonntagsblatt in diesem Jahr  immer wieder Artikel zum Themenkreis Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energiewende antreffen. Der Herausgeberbeirat des Sonntagsblattes hat diesen Schwerpunkt für 2023 angeregt. Auch wenn diese Themen in unserer Zeitung schon oft zu Wort kamen: Wir werden in diesem Jahr verstärkt fragen, was kann der Beitrag der Kirche, der Gemeinden und jedes Einzelnen sein, um Gottes Schöpfung zu bewahren und mit ihren Ressourcen hauszuhalten?