Kraft und Quelle für die Welt

108
Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern von Edda Weise über Glaube und Hoffnung

Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wer mit dem Herzen glaubt, wird gerecht; und wer mit dem Munde bekennt, wird selig.  Denn die Schrift spricht: „Wer an ihn glaubt, der wird nicht zuschanden werden.“ Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn „wer den Namen des Herrn anruft, der wird selig werden.“ Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!“ … So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Römer 10, 9–17

Glaube ist eine starke Kraft. Wer Gott vertraut, kann trotz aller Herausforderungen gestärkt durchs Leben gehen. In Zeiten der Freude gibt es einen Adressaten für Dankbarkeit. Das Leben kommt von Gott und ist nicht in den Weiten von Raum und Zeit verloren. An dunklen Tagen trösten Glaubende sich und andere, sind Hoffnungsträger, behalten das nicht für sich.  

Wie eine Erzieherin, die mit Kindern in der Jugendhilfe arbeitet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit zerbrechlichen jungen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu finden, einen regelmäßigen Tagesablauf und tragfähige Beziehungen, daran arbeitet sie täglich. Darüber hinaus kann eine Hoffnungsträgerin an Ostern von der Auferstehung erzählen und zu Weihnachten mit den Kindern, die schon so viel in ihrem kurzen Leben erlitten haben, ein Krippenspiel einüben. Gemeinsam erfahren sie, dass es mehr gibt als die harte Welt mit Gewinnern und Verlierern. Sie bekommen eine Ahnung von tiefer Geborgenheit und dem Ursprung des Lebens.

Unsere unübersichtlich gewordene Welt kann gut die Botschaft der Hoffnung vertragen. Das ist gar nicht so kompliziert, wie viele Zeitgenossen denken. Weihnachten und Ostern erzählen davon, wie Gott in seinem Sohn Jesus Christus den Schmerz des Lebens teilt, den Tod auf sich nimmt. So wie es viele Menschenkinder jeden Alters erleben müssen. Dabei bleibt es aber nicht. „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“. Die harten Gesetze der Welt werden durchbrochen, neues Leben eröffnet. Das schenkt Halt und Orientierung.

Es soll viele Freudenboten für die gute Nachricht geben. Denn von der Hoffnung muss gesprochen werden. Sonst kann niemand davon wissen. Das wäre schlimm, denn dann wäre die Kraftquelle verborgen. Deswegen soll in vielen Formen vom Glauben, von Weih-
nachten und Ostern, gesprochen werden. Dafür braucht es Hoffnungsträger in Familien, in Schule und Kirchengemeinde und ganz normal im Alltag. Damit viele Leute von der Quelle des Lebens erfahren können.

Dr. Edda Weise, Vorsteherin, Pfeiffersche Stiftungen, Magdeburg

Gebet: Heiliger, dreieiniger Gott, du lässt dich anrühren von unserem Leben und wendest dich uns in Liebe zu. Wir danken dir, dass du uns in Jesus Christus so nahe kommst, unser Dasein berührst und uns Hoffnung schenkst. Mache uns zu Hoffnungsträgern mitten in unserer Welt. Amen.

Lied 346,1–5: Such, wer da will