Licht entdecken gegen die Macht der Schatten

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Editorial im Evangelischen Sonntagsblatt von Susanne Borée

„Welch ein Glück haben wir doch, dass Corona im Frühling ausgebrochen ist und nicht im November oder Februar!“ So empfand ich im vergangenen März, als der erste Lockdown sein dunkles Tuch über das gesamte Land ausbreitete. Spazierengehen, Fahrradfahren und sogar Skaten entdeckte ich neu. Sie halfen mir beim Durchhalten in besonderem Maß. 

Nicht nur das: Durch das Skaten entstanden irgendwo zwischen meiner Seele und meinem Herzen ganz neue Glücksmomente, die andere Bewegungsarten so noch nie in mir freigesetzt hatten.

Der zweite Lockdown begann pünktlich im November. Und hält nun in diesen winterlichen Februartagen immer noch an. Zum Skaten oder Fahrradfahren ist es sowieso zu eisig. Hoffentlich lässt uns die Wintersonne auch in der Kälte neue Facetten des Lichts entdecken und genießen!

Fasching fällt nun ja weitgehend aus. Und dies, obwohl es noch in solch einer zeitlichen Nachbarschaft zum Valentinstag an diesem Sonntag liegt. Aber auch da gewinnt Nähe eine Bedeutung, über die es neu und intensiv nachzudenken lohnt.

Wir bieten Anregungen für eigene Spaziergänge und Entdeckungen. Und vielleicht gibt es auf dem Friedhof vor Ort auch manche unerwarteten Entdeckungen an eingetretenen Pfaden?

Mal sehen, was diese zweite Passionszeit im Corona-Modus uns bringt. Ganz egal, wie die Lockerungen der nächsten Wochen aussehen werden oder ob die Mutanten kommen – ich werde sicher nur sehr zögerlich, wenn überhaupt, unter Menschen gehen. 

Vom Klimafasten über die Ökumenischen Fastenexerzitien, die im vergangenen Jahr vom Lockdown überrascht wurden, von den „7 Wochen ohne“ bis hin zur Fastenaktion für Slowenien gibt es vielfältige Impulse für diese Zeit. 

Ich werde mich nun nicht der dunklen Stille hingeben, sondern sie besonders intensiv wahrnehmen. Und mich dann mit den Menschen verbunden fühlen, die sich zeitgleich ähnlichen Herausforderungen stellen. Wir können nur daran wachsen! Und Neues entdecken, anstatt uns den dunklen Schatten eines langen Winters hinzugeben!

Chefin vom Dienst und Redakteurin für Reportagen, Kultur, Lebensfragen, Blattplanung