Synode in verletzlicher Zeit

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Editorial von Chefredakteur Martin Bek-Baie

„Glaube in verletzlicher Zeit“ lautet der Schwerpunkt der diesjährigen Frühjahrssynode. Die Synodalen stellen sich der Frage, wie soll sich der Gläubige, aber auch die Kirche geistig und geistlich auf so eine Situation vorbereiten, wie sie zur Zeit herrscht? Konkret wird gefragt, was hat die Corona-Pandemie theologisch ausgelöst und welche Konsequenzen können die Erfahrungen für den christlichen Glauben und auch für die Kirchenleitung haben?

Über den Start der Synode berichten wir hier. Über das Thema und den Thementag werden wir in der kommenden Ausgabe – wie passend, es ist die Osterausgabe – berichten. 

In einem vorbereitenden Video, das die Kirche im Vorfeld veröffentlicht hat, berichtet Klinikseelsorgerin Claudia Weingärtner am Uniklinikum Augsburg von der Verunsicherung der Menschen in dieser besonderen Situation. Sie habe noch nie so viele Besuche gemacht und Gespräche mit Angehörigen geführt wie in dieser Zeit.

In der Jugendarbeit habe vor allem Nähe und das spontane Miteinander und das spontane Gespräch gefehlt, erzählt die Gemeinde- und Jugendreferentin Lisa Koller aus Freising. „Wir waren nicht vorbereitet auf diese Situation, wenn so etwas aber wieder oder vergleichbares käme, müssten wir anders reagieren“, mahnt Pfarrerin Cornelia Egg- Möves aus Mainburg. Menschen seien im Sterben alleine gelassen worden. 

„Ich glaube wir haben es verlernt in der Gesellschaft, zu reali-sieren, dass das Leben extrem zerbrechlich ist“, gibt zum Abschluss des Vorabvideos die Altenheimseelsorgerin Ursula Bühler von diako Augsburg zu bedenken. Das Leben sei ein Leben lang bedroht.  Nicht nur in der anstehenden Karwoche sollte dieser Gedanke Raum bekommen.

Ich finde ja, dass unsere Kirche an der Basis sehr gut auf die unerwartete Situation reagiert hat. Da habe ich viele kreative und engagierte Ideen in den Gemeinden beobachtet. Besser geht natürlich immer! Manchen war der Weg der Kirche, den sie weitgehend konform mit den politischen Vorgaben ging, nicht profiliert und kantig genug. Sie haben sich mehr Unabhängigkeit gewünscht.

Jedenfalls steht der Kirche eine Aufbereitung aus den Erfahrungen gut an. Ich bin gespannt auf die Impulse und Ergebnisse der Synode. Welche Wege wird die Kirche in Zukunft gehen wollen?