Vom Tod ins Leben

David und Saul. Glasfenster, 15. Jh., Sainte-Chapelle, Paris. Bild: sob
David und Saul. Glasfenster, 15. Jh., Sainte-Chapelle, Paris. Bild: sob

Da kam Jesus und fand Lazarus aus Bethanien schon vier Tage im Grabe liegen. ... Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. ... Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben.

Aus Johannes 11,1.(2).3.17–27. (41–45) Mit einem strahlendem Lächeln blickt mich Peter aus dem Chor an. "Jesus ist für mich eine beeindruckende Persönlichkeit, sein Leben finde ich bewundern s w e rt, aber Auferstehung? Das bedeutet mir nichts!". Ja, denke ich, dieses Problem haben wohl viele Christen. Da bist du nicht allein.

"Du kennst doch die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus", sage ich. "Natürlich, wir haben doch erst eine Kantate dazu musiziert! Aber: selbst wenn das Wunder so stattgefunden hat, so musste Lazarus später doch sterben und all die Menschen in seinem Umfeld ein zweites Mal trauern!".

"Da hast du schon recht", sage ich, "aber ich finde, es ist etwas Großartiges geschehen.

Und nicht nur deshalb, weil die Erzählung wie ein Vorgriff auf das Ostergeschehen erscheint. Nein, mich fasziniert, dass die Auferstehung so real im damaligen heute und jetzt passiert." - "Wie meinst du das?" - "Nun, ich glaube, es gibt zwei Formen von Auferstehung. Die ganz reale zukünftige und die, die in kleinen Schritten schon heute und im eigenen Leben passiert.

Im Alten Testament wird uns erzählt, wie König Saul immer wieder von Depressionen geplagt wurde. Niemand konnte ihm helfen, bis der Hirtenjunge David an den Hof kam und seine Anfälle mit Harfenmusik beruhigen und heilen konnte. Der Leidende kam dadurch ins Leben zurück. Dieses Beispiel erinnert Peter an einen Mann aus seinem Bekanntenkreis: "Er hatte einen sehr ellenbogenartigen Lebensstil und war äußerst materialistisch eingestellt. Eines Tages geriet er aufgrund einer Terminverwechslung in ein Gospelkonzert.

Und da haben ihn die Erzählungen über Jesus so gepackt, dass er sich verändert hat. Heute ist er für andere Menschen da und wirkt viel gelöster und glücklicher."

In Peters Beispiel spielt Jesus eine große Rolle. In der Geschichte von Lazarus spricht Jesus davon, dass er selber die Auferstehung und das Leben ist. Der Glaube daran ist immer ein Geschenk. Mir tut da immer wieder die Gemeinschaft mit anderen Christen gut, um ihn zu suchen oder zu verstärken. Ebenso auch das persönliche Gebet. Und manchmal fühlt es sich dann plötzlich so an, wie in Haydns Schöpfung: Der Geist Gottes schwebt in piano und in Moll über den Wassern der Tiefe.

Und dann befiehlt Gott das Licht herbei und schlagartig, in strahlenstem Dur und wunderbar laut wird es Licht! Und wir können glauben, dass mit dem Tod etwas Neues beginnt.

Kirchenmusikdirektor Markus Nickel, Nürnberg

Gebet: Herr, du Lebendiger, ich
danke Dir für Deine Zusage, dass
Du alles neu machst. Lass mich
auch heute schon in meinem Leben
Zeichen der Auferstehung erkennen.
Dir sei Lob in Ewigkeit! Amen

Lied EG 559, 1–3: "O Licht der wunderbaren Nacht"

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