Mit der Eröffnung der Sonderausstellung "Dem Himmel entgegen - 1000 Jahre Kaiserdom Bamberg" hat nun das Festwochenende zum Domjubiläum begonnen. Bis Ende Oktober sind im Diözesanmuseum auf dem Domberg rund 200 Exponate ausgestellt, die einen Einblick in die nun zehn Jahrhunderte währende Geschichte des Bauwerks geben sollen, sagte Domkapitular Norbert Jung. Die Ausstellung widmet sich in zwölf Teilen verschiedenen Aspekten des Kirchenbaus, der vom späteren Kaiser Heinrich II. in Auftrag gegeben wurde. Für junge Gäste bietet die Museumspädagogik etwa die Nachbildung eines Tretrad-Kranes.
So sollen die Besucher einen Einblick in die damalige Bautechnik erhalten. Seit kurzem ist außerdem ein virtueller Domrundgang im Internet verfügbar. Die Anwendung bietet unter anderem auch geführte Touren durch den Dom. Sie kann kostenlos auf der Internetseite des Bamberger Doms aufgerufen und genutzt werden.
Nach Bränden wurde der Dom ab 1185 neu erbaut. Abbruch und Neubau erfolgten gleichzeitig, so dass auf dem Domberg immer Gottesdienste stattfinden konnten. Am 21. Juni 1208 wurde Philipp von Schwaben in der Alten Hofhaltung beim Dom vom bayerischen Pfalzgrafen Otto VIII. ermordet. Nach einer Baupause wurde um das Jahr 1220 in Bamberg eine Bauhütte mit französischen Verbindungen tätig. Sie führte den neuen gotischen Stil ein. Daher ist der westliche Teil des Doms romanisch begonnen und der östliche Teil im gotischen Stil bis 1237 vollendet.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg barockisierte man den Dom. Den Bambergern gefiel es, doch der bayerische König Ludwig I. ordnete 1826 an, den Dom als Nationaldenkmal in den mittelalterlichen Zustand "zurück zu restaurieren". Der Briefwechsel zwischen König und dem damaligen Erzbischof ist nun zum Domjubiläum wieder entdeckt und ausgestellt worden. Das Entfernen der Farbe führte - sehr zum Verdruss der Bamberger - zu einem äußerst nüchternen Raumeindruck.
Zum Jubiläum fertigte der Bamberger Goldschmied in 2.500-stündiger Arbeit eine Nachbildung der sogenannten Heinrichskrone aus dem späten 13. Jahrhundert, einer Memorialkrone für die Reliquienbüste des Kaisers. Die originale Heinrichskrone ist Teil des Bamberger Domschatzes, befindet sich jedoch seit der Säkularisation in der Schatzkammer der Münchner Residenz.
Das tausendjährige Bestehen des Bamberger Doms ist am ersten Maiwochenende mit mehr als 2.000 Gästen aus aller Welt und einem Festgottesdienst gefeiert worden. Zum Jahrestag der Domweihe gratulierte Papst Benedikt XVI. in einem Grußwort. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ging auf die spirituelle Bedeutung des Doms ein, der seit 1993 Weltkulturerbe ist. Er rief die Gläubigen dazu auf, eine "Kirche aus lebendigen Steinen" zu sein, sich in die Gesellschaft einzumischen und für eine Kultur der Liebe sowie für Frieden einzutreten.
Susanne Borée/epd
Weitere Infos: Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Einzelpersonen können an jedem Öffnungstag um 13 Uhr an einer Führung teilnehmen. Näheres im Internet unter www.bamberger-dom.de. Weitere Details zum Bamberger Dom folgen.