Teil 10: Pfarrer Manuel Janz

Manuel Janz
Rektor Manuel Janz muss sich neben der Seelsorge und der Verkündigung auch oft mit Managment und Unternehmensführung beschäftigen. Foto: Jakob

Puschendorf. Seit etwa einem Jahr ist Manuel Janz der neue Rektor der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf. Zuvor war er "mit Freuden", wie er versichert, 20 Jahre Gemeindepfarrer in Lüdenscheid. Für den 51-jährigen Janz, der mit seiner Frau Christiane und zwei Töchtern nach Puschendorf kam, ist eines ganz klar: Jeder Gemeindepfarrer kennt das Phänomen eines "aufgeteilten Diens­tes". "Ein Pfarrer heutzutage muss alles können", meint Janz. Er ist gleichzeitig Seelsorger, Manager, Lehrer, Coach und Begleiter von Menschen, Animateur, Vorgesetzter und Öffentlichkeitsarbeiter. 

Im Neuen Testament, so Janz weiter, ist von der "Vielfalt der Aufgaben" die Rede, die unter die Gemeindeglieder aufgeteilt worden sind. Insofern freut sich der gebürtige Westfale, dass der Dienst der Ehrenamtlichen in den Zeiten knapper Kassen "wieder stärker ins Visier kommt". Beziehung zu den Menschen "braucht einen überschaubaren Bereich". Diesen hat Rektor Janz mit seinem Wechsel nach Puschendorf tatsächlich bekommen, wenn gleich sich die Grenzen seines Aufgabengebietes eher ausgeweitet haben. Bis nach Russland, Rumänien und Schwarzafrika sind Mitglieder der Diakonie-Gemeinschaft tätig. 

Im Wesentlichen sieht Manuel Janz zwei Pole in seiner jetzigen Arbeit: Verkündigung und Seelsorge und Unternehmensführung. Als Seelsorger ist er gefragt im Mutterhaus der Diakonissen (mit derzeit 54 Schwestern), bei der Laienorganisation der "Dienstbruderschaft" (54 Mitglieder), bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, im Alten- und Pflegeheim (mit 110 Plätzen), in der Freizeitenarbeit und im Gästehaus. Viele Gemeinschaften der Landeskirchlichen Gemeinschaft in ganz Bayern fordern ihn hin und wieder an, geistige Impulse zu setzen. 

Beim "Unternehmen" Diakonie-Gemeinschaft sind neben der Fürsorgepflicht für die zuvor genannten 108 Mitglieder weitere 100 "externe" Mitarbeiter zu führen. Vor allem muss die Wirtschaftlichkeit des Diakonissen-Mutterhauses, des Gästehauses und des Heinrich-Heinel-Altenheims gesichert werden. Anders als die meisten Pfarrgemeinden erhält die Diakonie-Gemeinschaft keine Zuwendung aus dem Kirchensteuersäckel. "Sponsoring-Arbeit" und "Fund-Raising" (also die Mittelbeschaffung einer Non-Profit-Organisation) haben jetzt einen ganz anderen Stellenwert als früher. "Wir müssen daher die verschiedenen Freundeskreise besonders pflegen." So kommt es eben dann öfters vor, wie zuletzt beim Jahresfest der Diakonie-Gemeinschaft Ende September, dass an einem Tag bis zu tausend Personen neben bestärkender "geistiger Nahrung" auch mit ausreichend Essen und Trinken zu versorgen sind. 

Jetzt in den Monaten vor Weih­nachten geht wieder die große Aktion "Weihnachtsfreude für rumänische Kinder" über die Bühne. Da gilt es zunächst 1.500 Weihnachtspäckchen - eingehend aus ganz Bayern - in Empfang zu nehmen und zu lagern, um sie dann Anfang Dezember mit großen Lastwagen zu befreundeten Brüdergemeinschaften in viele rumänische Orte zu fahren. Obwohl Manuel Janz bereits einen "EU-Führerschein" in der Tasche hat, wird er in diesem Jahr den schweren Lkw "noch nicht" fahren. Aber ein Besuch der rumänischen Partnergemeinschaften ist geplant. "Ich bin dankbar für dieses erste Jahr, in dem ich gut alle Bereiche kennen lernen konnte", bilanziert Janz bislang.

                                    Ralf Jakob

 

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