Teil 9: Pfarrerin Silvia Jühne

Silvia Jühne
Silvia Jühne sitzt genau zwischen Rathaus und der St.-Sebald-Kirche. Foto: Borée

Nürnberg. Geteilte Aufgaben, und dennoch ein Arbeitsplatz ­- Pfarrerin Silvia Jühne hat immer im Nürnberger "eckstein" freien Blick auf Rathaus und St.-Sebald-Kirche. Zunächst einmal ist sie Referentin des Stadtdekans Michael Bammessel. Und ebenso ist sie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deka­nats verantwortlich. Damit prägt sie an entscheidender Stelle das Bild der evangelischen Kirche in der Frankenmetropole. Sie berät etwa Kirchengemeinden, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentieren können, oder koordiniert gemeindeüber­greifende Projekte. Als besonders spannend empfindet sie dabei, die "Themen die aktuell in der Stadt dran sind" und "alle Fragen des Zeitgeschehens" mit begleiten zu können.

Gleich nach ihrer Amtseinführung Anfang 2007 stand das Jubiläum des "eckstein", dem zentralen Aushängeschild der evangelisch-lutherischen Kirche in Nürnberg und gleichzeitig der Dienstsitz der Pfarrerin, an. Daneben bezeichnet Silvia Jühne gerade die großen, stellenübergreifenden Projekte als Höhepunkte ihres Wirkens: In diesem Jahr etwa gehörte das große Melanchthon-Jubiläum dazu, das sie intensiv begleitete. Und nun denkt sie schon längst wieder an die Friedensdekade im November, zu der die Nürnberger Kirchen Farbe bekennen.

Bereits während ihres Theologie­studiums sammelte sie erste Medienerfahrungen für Fachschaftszeitungen und bei der Öffentlichkeitsarbeit von theologischen Interessensgruppen. "Es war eine Zeit der Wende", meint sie in der Rückschau. Das bezieht sie nicht nur politisch auf die Epoche der Wiedervereinigung vor zwei Jahrzehnten. Den Übergang von der Schreibmaschine zum Computer hat sie damals - Anfang der 1990-er Jahre - intensiv miterlebt. "Zu Beginn meines Studiums besaß ich noch gar keinen Computer", bekennt sie. Damals wurden noch die Texte ausgeschnitten und per Hand in das bereitgestellte Layout aufgeklebt.

Doch 2001 sprach die Leiterin ihres Studienseminars in Bayreuth, Sonja Straub, die engagierte Vikarin an: Ob sie es sich nicht vorstellen könnte, ein Medienvikariat beim ­Rothenburger "Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern" zu absolvieren? Denn zu dieser Zeit gab es ein Überangebot an Vikaren. Der Pfarrerverein hatte einen Hilfsfond ausgelegt, in dem sich die Theologen weiter qualifizieren konnten. 

Innerhalb weniger Wochen fiel die Entscheidung: Silvia Jühne zog an die Tauber, genauer nach Diebach. Dort kam sie im Pfarrhaus ­unter, während sie für das "Sonntagsblatt" wirkte. Nach anderthalb Jahren hatte sie auf diese Weise ­neben dem Vikariat auch ein Zeitungsvolontariat in der Tasche. Besonders prägend gestaltete sich für sie der Volontariatskurs der "Nürnberger Nachrichten", zu dem sie dazustieß.

Diese Kontakte kann sie nun nach einem Zwischenspiel als Gemeindepfarrerin in Bamberg zum Wohle der evangelischen Kirche weiter ausbauen. Für Silvia Jühne ist es daher ein schönes Zeichen, das sie durch das Fenster ihres Arbeitszimmers sowohl das Rathaus als auch die St.-Sebald-Kirche fest im Blick hat. 

Halt - dennoch gehen ihre Tätigkeiten darüber hinaus. Denn einmal im Monat hat sie einen Predigtauftrag, um Gemeindepfarrer zu entlasten. Da erfährt sie dann hautnah neben ihren sonstigen Kontakten die unterschiedlichsten Nürnberger Gemeinden bis weit in die Vorstädte hinein.

                                    Susanne Borée

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