Teil 2: Diakon Jürgen Krell

Jürgen Krell
Diakon Jürgen Krell. Foto: Dahinten

Altenstein. "Immer wieder unterschiedliche Menschen zu erleben, das finde ich spannend", sagt Jürgen Krell. Der 45-jährige Rummelsberger Diakon arbeitet mit je einer halben Stelle als Hausleiter der Freizeit- und Tagungsstätte des CVJM Altenstein und als Jugendreferent im Dekanat Rügheim.

Und mit Menschen hat er in beiden Tätigkeitsbereichen zu tun. Als Jugendreferent liegt für ihn derzeit ein großer Schwerpunkt auf der jugendpolitischen Schiene, unter anderem ist er 2. Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR) Haßberge. Krell findet es "ganz positiv, in dieser Richtung Kontakte zu knüpfen", zu Entscheidungsträgern in der Verwaltung wie auch zu Mitarbeitern anderer Verbände.

Im Dekanat ist Krell Ansprechpartner für die Gemeinden mit einem CVJM-Ortsverein. Er kümmert sich um die Mitarbeiter, führt Kinder- und Jugendfreizeiten durch. "Aber ich bin nicht nur für die CVJM'er da", betont der Diakon. Wobei er da sowieso keine Trennlinie sieht: "CVJM-Arbeit ist evangelische Jugendarbeit." Der CVJM sei ein Jugendverband der evangelischen Kirche.

Die Gäste der Freizeit- und Tagungsstätte erleben Jürgen Krell als Hausvater, sei es bei der Begrüßung oder wenn Fragen und Probleme auftreten. Hinter den Kulissen kümmert sich der 45-Jährige zusammen mit seiner Frau Erika, der Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin des Freizeitheimes, um die Belegung, die Verwaltung allgemein und die Personalplanung. Kein Pappenstiel bei einem Haus mit 120 Betten, etwa 16.000 Übernachtungen jährlich und 14 Mitarbeitern. Zudem wirkt der Heimleiter bei der Planung von Bauprojekten mit. "Immer wieder sagen Leute: 'Bei euch in Altenstein herrscht eine besondere Atmosphäre'" - für Krell die schönste Bestätigung und Motivation.

Viele seiner Arbeitsbereiche ließen sich nicht eindeutig der einen oder der anderen Stelle zuordnen, sagt Krell. Etwa sein Engagement auf Bundesebene im Fachbeirat für Kinder- und Jugendreisen der AEJ. Oder die Jugendbar des Freizeitheimes, als Treffpunkt gleichermaßen wichtig für die Jugendarbeit wie für das Haus.

Die Überschneidung seiner beiden Jobs habe Vor- und Nachteile. Grundlegend ist für Krell, dass die Dienstgeber Freiheiten lassen und Vertrauen haben, dass man seine Arbeitszeit richtig einteilt. Apropos: "In der Jugendarbeit muss man arbeiten, wenn andere frei haben. Im Haus ist es ähnlich: jedes Wochenende haben wir Belegung. Und beides kollidiert manchmal." Zum Beispiel wenn im August das Haus zwei Wochen lang nicht belegt ist und "man prompt für diesen Zeitraum eine Jugendfreizeit geplant hat".

Die Jugendarbeit macht dem 45-Jährigen besonders viel Freude, "wenn man merkt: was man gesät hat, geht auf." Da sind junge Leute, die er früher mal betreut hat - Krell war nach seiner Diakonenausbildung zunächst in Bayreuth, dann in Uffenheim tätig - und die heute selbst im kirchlichen Dienst stehen. Aber auch aktuell in Altenstein erlebt Jürgen Krell "dass sich was bewegt". Überhaupt: "Die Jugend ist nicht so verrufen, wie sie oft wahrgenommen wird. Viele sind auf der Suche. Wenn man da etwas weitergeben kann und merkt, es fällt auf guten Boden, das motiviert einen. Man sieht, die Arbeit ist nicht umsonst."

                                    Beate Dahinten

 

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