Schweigen im Advent

Susanne Borée
Susanne Borée

Trauer und Schuldgefühle in der Adventszeit – dunkle Gedanken schweigen nicht. Gerade wenn überall Kerzen und Lämpchen an den Fenstern die Nacht durchbrechen wollen, erscheint manche innere Finsternis noch tiefer. Davon erzählt Renate Dopatka in ihrer adventlichen Erzählung „Ein starkes Gefühl“. Dies kann gerade dann übermächtig werden.

In dem aktuellen Christlichen Jahrbuch 2020 geht diese Geschichte unter die Haut. Wie lässt sich Dunkelheit, tiefes Schweigen in uns vom flackernden Kerzenschein eines Neubeginns durchdringen? Was kann geschehen?

Unter dem Titel „Glauben genießen“ setzt das Christliche Jahrbuch mit seinen Geschichten und Bildern auch für das kommende Jahr viele Akzente.
Doch lässt sich „Glauben genießen“ wie ein gutes Stück Schokolade? Schließt sich beides nicht gegenseitig aus? Zumal, wenn der Titel die Jahreslosung 2020 widerspiegelt: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ (Markus 9,24), so lautet sie.

„Hinter diesem Vertrauen steht ein Fragezeichen“, so Christoph Schmerl in seiner Auslegung zu der Losung am Beginn des Jahrbuchs. Doch eine Grundlage an Zuversicht ist nötig: Sie hilft, dass wir uns nicht in den Dunkelheiten verlieren, sondern vertrauen, dass jeder Lebensweg sein Ziel hat.   

Trotzdem besteht auch die Gefahr, dass eine Gewissheit erstarren kann, zur Leerformel wird. Das „Christliche Jahrbuch 2020“ hilft uns dabei, diese Zuversicht immer neu in Lebenssituationen der Autoren und Autorinnen sowie in ihren Geschichten und Gedichten durchzubuchstabieren.  

Noch ist das Jahrbuch zu haben. Es ist vielen Lesern als ständiger Begleiter oder als Geschenk an geliebte Menschen ans Herz gewachsen. Es genügt ein Anruf an die Telefonnummer 09861/400-380 oder eine schnelle Online-Bestellung.

Es zeigt, wie sich „Glauben genießen“ lässt, ohne oberflächlich zu werden: Das will die Zweifel und Dunkelheiten nicht klein reden. Viele Jahrhunderte hindurch wurde der Advent als eine Zeit der Buße und Umkehr begangen. Nun versuchen wir inneres Schweigen durch immer hektischere Betriebsamkeit zu übertönen. Wo bleiben die Wegmarken unseres Lebens?

Eine Ahnung davon können wir gewinnen, wenn die mächtigen Advents- und Weihnachtsglocken oder der Widerhall von Posaunen durch uns hindurch klingen.

                      Susanne Borée, Redakteurin und Chefin vom Dienst

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