„Vom Mantel der Liebe umhüllt“

Gedenken
Gedenken auf Korsika: Militärdekan Michael Gmelch (vorne von links), Oberst Markus Bungert und Geschäftsführer Jörg Raab vom Volksbund gemeinsam mit französischen Veteranen am Kreuz des deutschen Soldatenfriedhofes in Bastia. Fotos: Bek-Baier

Suche nach Gräbern auf Korsika mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V.

Sie wollte an diesem Vormittag das Grab ihres Großvaters aufsuchen und eine kleine Gedenkplakette niederlegen. Gabriele Klieme (60) und ihr Mann Jürgen Klieme (62) machten eine Woche Urlaub auf Korsika. Dort fiel am 12. September 1943 ihr Großvater Wilhelm Gräbner als deutscher Soldat des Zweiten Weltkrieges. Er wurde nur 37 Jahre alt. Seit damals ist seine Ehefrau, die Großmutter Kliemes, im Ungewissen, wo genau ihr Mann begraben liegt. Für die Oma und für sich selbst wollte Gabriele Klieme den Urlaub nutzen, um das Grab endlich zu finden, von dessen Lage die Familie 76 Jahre lang in Unkenntnis blieb.

Doch auf dem Deutschen Soldatenfriedhof der korsischen Stadt Bastia werden sie nicht fündig. Hier ruhen 811 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkrieges und 28 in französischem Gewahrsam verstorbene Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges. Stattdessen werden sie Zeuge einer Gedenkfeier deutscher und französischer Kriegsgräber- und Veteranenvereinigungen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. veranstaltete in seinem hundertsten Jahr seines Bestehens eine Pressereise des Landesverbands Bayern auf die Mittelmeerinsel. Die Gruppe besuchte Schlachtfelder, Bunkeranlagen und vor allem Gedenk- und Kriegsgräberstätten. Zusammen mit den französischen Partnerorganisationen, Behördenvertretern und französischen Veteranen gedachte die Delegation um Geschäftsführer Jörg Raab (München) den Gefallenen aller Nationen, die auf Korsika in beiden Weltkriegen ihr Leben ließen.

Der Landesverband Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. führt seit 1955 alljährlich eine Pressereise mit Journalisten durch. Korsika war zuletzt 1972 Ziel dieser Exkursion. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der deutschen Kriegsgräberstätte in Bastia und des hundertsten Bestehens des Volksbundes fuhr man wieder nach Korsika.

Raab erinnerte in seiner Ansprache, dass schon Ende des Kriegs drei Kilometer südlich der Stadt Bastia ein von der deutschen Wehrmacht angelegter Soldatenfriedhof bestand. Ein altes Foto zeigt den Zustand der einstigen Anlage. Verwitterte Holzkreuze, teilweise krumm und schief, bezeichnen die Lage der deutschen Gräber.

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