Wohnungslosigkeit verändert das Leben

Felix Leibrock
Felix Leibrock. Foto: PR

„Krimi-Pfarrer“ Felix Leibrock schreibt Buch über plötzliche Obdachlosigkeit

In der schwülen Hitze des Sommers gibt es nichts Schöneres als an einem kühlen, schattigen Ort die Seele baumeln lassen zu können und ein Buch zu lesen. Miriam Groß, die als bayerische Pfarrerin gegenwärtig in New York lebt und arbeitet, stellt uns das neuerschienene Buch „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“ von Pfarrer Felix Leibrock als unbedingte Leseempfehlung vor.

Not am eigenen Leib erlebt zu haben, prägt Menschen in unwiderruflich tiefer Weise. Pfarrer Felix musste am eigenen Leib erfahren, wie einschneidend Wohnungslosigkeit für den eigenen Lebensweg sein kann. Viele von uns kennen ihn als „Krimi-Pfarrer“, der Spannendes zwischen Weimar und München, polizeilichem Behördenalltag, Kunstwelten und Straftaten gekonnt in seinen Büchern in Szene setzt. Seinem neuen Buch „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“ hat er nun ein zutiefst bewegendes Buch geschrieben, das gespeist von der gefundenen Tiefe seiner eigenen Erfahrungen, Hoffnung jenseits von Verzweiflung schenken kann.

Es ist der Albtraum jeder erfolgreichen Geschäftsperson, wenn unvermittelt, durch einen einfachen Satz das ganze Leben verändert wird. Dies muss „Stalter”, die Hauptfigur des Romans „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne”, in trau­matisierender Weise erleben. Eine simple WhatsApp-Nachricht auf dem Handy veränderte die Lebenssitua­tion des erfolgreichen Geschäftsmannes.

Tiefgreifende Veränderung

Dabei war es ein Leben wie aus dem Bilderbuch: Frau, Kinder… der Traum eines Hauses in München-Solln ist schnell ausgeträumt. Die zurückgelegten Geldreserven flux aufgebraucht und die Ehe gescheitert. Auch die sozialen Sicherungssysteme Deutschlands lassen ein Leben im teuren München nicht zu. Die Hauptfigur des Romans ist bald von Obdachlosigkeit betroffen. Sein Leben verändert sich in tiefgreifender Weise und ist bestimmt vom harten Überlebenskampf auf den Straßen Münchens. Die mobile Obdachlosenhilfe “Sternenexpress” bietet ihm in dieser schwierigen Zeit einen wichtigen Anlaufpunkt. Hier lernt er die Märchen­erzähler Vasile, Samir und einige andere Obdachlose kennen, die ihn durch deren Erzählkunst Hoffnung spenden. Mehr sei an dieser Stelle über einen der wohl bewegendsten Romane, den ich seit langem gelesen habe, nicht verraten.

Es kann jeden treffen

Felix Leibrock schöpft in seiner Erzählung aus der Erfahrung der eigenen Wohnungslosigkeit. Zweieinhalb Jahre hatte der 58-jährige Pfarrer keine Wohnung in München. Ein Schicksal, das in München rund 9.000 Menschen betrifft und auch der Region Frankens nicht fremd ist. Erst Mitte Juli berichteten die Nürnberger Nachrichten von einem Anstieg der Zahl der Obdachlosen seit 2014 um ein Drittel. „Das sind 30 Prozent mehr als noch 2014 – und die Kurve deutet weiter nach oben.“

Wohnungslosigkeit kann jede Person schnell betreffen. Vor allem in Ballungszentren wie München, New York oder Nürnberg droht nicht nur der soziale Abstieg, sondern die Obdachlosigkeit in schneller Weise, wenn man von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Dies sollte uns als Christen und Gemeinden nachdenklich stimmen, damit wir eigene Möglichkeiten eines Engagements im Rahmen des Doppelgebotes der Liebe erwägen.

Das Buch „Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne“ sei allen Hoffnungssuchern ans Herz gelegt. Und allen Hoffnungsspendern als Mutmacher in ihrer Tätigkeit anempfohlen, denn nichts ist wertvoller als Vertrauen geschenkt zu bekommen, wie dies die Hauptfigur „Stalter“ in der Erzählung hervorhebt: „Glaubt mir, wenn du ganz unten bist, gibt es nichts Wichtigeres, als wenn du jemanden hast, der dir dann und gerade dann vertraut und an dich glaubt.“

                            Pfarrerin Miriam Groß, Evangelisch-Lutherische Gemeinde

                            St. Pauls in New York

Das Buch ist beim Europa-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen zum Autor erhalten Sie auf seiner Webseite: https://www.felixleibrock.de