Sein Werkzeug werden

Brücke
Foto: Bek-Baier

Stundenlang fahren wir mit unserer Motorradgruppe durch unzählige Weinberge, entlang an riesigen bezaubernden Sonnenblumenfeldern und abgeernteten Getreidefeldern, soweit das Auge reicht. Quer durch das italienische Umbrien führt unser „PeaceRide“, unsere Friedensfahrt der Jesus-Biker über Geiselwind, Altötting, Klagenfurt, Padua, Assisi nach Rom. Aus einer Schnapsidee, dem Papst ein Harley-Davidson-Motorrad zu bauen und nach Rom zu bringen, wurde ein unglaubliches Projekt; der Erlös soll ungewollten Kindern in Uganda zugute kommen. Während unserer Fahrt „predigen“ wir mit unseren Motorradkutten auf mehr als 2.000 Kilometern „Jesus Christus: Weg, Wahrheit, Leben“, und wiesen so Tausenden auf den Straßen und Autobahnen auf den Kern unseres Glaubens hin.  

Ich merke wie Jesu Worte über die fehlenden Erntearbeiter und seine Aussendungsworte mit uns ganz konkret etwas zu tun haben:

Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

aus Matthäus 9,35 – 10,10  

Unsere aktuelle Aktion erscheint mir mehr und mehr wie eine von unzähligen Gebetserhörung auf Jesu Bitte hin und ich empfinde tiefes Glück, dass ich mittendrin sein darf. Da stellt sich eine Gruppe von Menschen ganz bewusst in den Dienst Gottes; lässt sich senden, sie gehen, besser fahren los; sie lassen dabei allen unnötigen Ballast zurück und machen sich auf den Weg, um im Reich Gottes hier und jetzt mit­zuwirken. Wie viele Mitarbeiter in der Gemeindearbeit, der Kinder- und Jugendarbeit, in der Musik-, der Bildungs- oder Seniorenarbeit wollen ebenso der Orientierungslosigkeit in der heutigen Gesellschaft entgegenwirken und packen mit an: Sie beteiligen sich an Gottes so vielfältiger Erntearbeit im Weinberg, auf weltweiten Getreide- und Reisfeldern und werden selbst vom Glück und dem Segen, die diese so wertvolle, faszinierende Erntearbeit mit sich bringt, immer wieder überwältigt, allen Rückschlägen zum Trotz.

Und während meine Gedanken zu den vielen kirchlichen Mitarbeitern im In- und Ausland gehen, mit denen ich im Laufe meines Lebens bisher Musik und Projekte machen durfte, bewegt und rhythmisch den Glauben zum Ausdruck bringen durfte, kommen wir auf unseren Motorrädern nach Assisi.

Hier ist vor 800 Jahren der Heilige Franziskus der Einladung Jesu gefolgt im Weinberg zu arbeiten. Unendlich viele Menschen haben sich mit ihm seither auf den Weg gemacht und lassen sich von Jesus immer wieder neu in die Ernte senden, als Werkzeuge seines Friedens.

Lassen auch wir uns immer wieder neu mit all dem was wir sind und haben senden, lassen uns von Gottes Geist inspirieren und motivieren; gehen wir mutig mit neuen Ideen und Möglichkeiten einfach los, ohne die vielen materiellen „Zutaten“, einfach nur mit einem Herz voller Liebe, dem Wunsch die beste Botschaft aktuell und mutig weiterzusagen.

                  Johannes Matthias Roth, Pfarrer im Schuldienst, Singer-Songwriter

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