Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 26.5.2019
Brücke

=> Andacht: Kraftquelle in dunklen Zeiten

"In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus zu den Jüngern. Kurz vor seiner Verhaftung und all dem, was dann kommt, redet er zu ihnen davon. Angst. Ganz unterschiedlich kennen wir sie auch: Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Dunkel, Angst vor dem Alter, Angst, jemanden zu verlieren, den man liebhat, ... Jesus gibt seinen Jüngern sogar eine Garantie für die Gebetserhörung. Aber wie ist das bei der Mutter, die betet, dass ihr magersüchtiges Kind gesund wird, oder bei dem alten Mann, der jetzt doch ein Pflegefall geworden ist, oder bei der Schülerin, die so dringend für die Vier in der Schulaufgabe betet – läuft ein Gebet oft nicht doch einfach ins Leere? ...

(Joh 16, 23b – 24.26b – 28.33)

Inge Wollschläger

=> Wann wächst endlich was?

Neulich erzählte ich Ihnen, wie ich eine Blumenwiese anlegte. Die richtige Positionierung des Rasensprengers war mein Moment der inneren Stille. Zwischen den Zeilen konnten Sie sicherlich lesen, wie sehr ich mich über die zukünftigen Blumen und Wiesenkräuter freue. Wie ich sie vor meinem geistigen Auge sehe und morgens, wenn ich an dieser Wiese vorbeikommen würde, es summen und zirpen hören könnte. Es ist jetzt einen guten Monat her, dass die Kollegen und ich den Rasen „beackerten“ und Saat ausstreuten. Und was soll ich sagen? Es passiert: nichts! Zumindest nicht in meinen Augen. ...

Simone Hahn

=> Zu Rogate: Spiegel, Schweigen, Rhythmen und Reifen

Gerade betet ein Besucher andächtig zu einer Marienfigur in der Nürnberger St. Jakobskirche – mit den Händen liebkost er sie. Niemand stört sich daran. Dabei ist die Maria durchaus ein traditionelles Kunstwerk – und ein Gegenstand der Andacht. Nürnberg kirchlich – da fallen in der Innenstadt besonders die stolzen gotischen Kirchtürme von St. Lorenz und St. Sebald ins Auge. Doch nicht nur sie bestimmen das evangelische spirituelle Leben in der Großstadt: St. Jakob bietet Akzente in der Lebens- und Pilgerbegleitung. Und St. Egidien setzt auf neue Kulturformen. Am Sonntag Rogate aber steht das „Gebet“, das spirituelle Leben noch einmal ganz besonders im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens.Simone Hahn, Pfarrerin an der Nürnberger St. Jakobskirche, sieht ihr Gotteshaus als „Scharnier“ ...

Dekan Martin Reutter

=> In Traditionen Schlüssel zur Zukunft finden

Gut tausend Jahre ist er alt: Ein Altarstein aus der Feuchtwanger Stifts­kirche. Damit gehört er zu den ältesten Objekten aus Mittelfranken. Schließlich geht die Geschichte des Ortes auf eine Erwähnung des Klosters auf dem Reichstag zu Aachen aus dem Jahr 819 zurück. Bereits fünf Jahre davor soll auch noch Karl der Große der Gegend persönliche Weihe gegeben haben: Kurz vor seinem Tod 814 habe er sich in der Region Feuchtwangens verirrt. Eine Taube soll ihm den Weg zu einer Quelle gewiesen haben, an dessen Ufer dann Feuchtwangen entstand. Um die Quellen der Vergangenheit nicht versiegen zu lassen und einen Schlüssel für die Zukunft zu finden, ist Feuchtwangen mit den Nachbarregionen Dinkelsbühl und Wassertrüdingen seit 2018, dem Amtsantritt des Dekans Martin Reutter, ein Erprobungsgebiet für den Zukunftsprozess „Profil und Konzentration (Puk)“ ...