Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 7.4.2019
Brücke

=> Andacht: Was braucht es zum Verstehen?

Wer bist du, Jesus? Ein Übeltäter? Natürlich, warum würde man ihn sonst vor ihn als dem Statthalter zerren! Sie sagen es ja selber. Oder vielleicht doch ein König, wie man ihm vorwirft? Wenn aber doch? Immerhin, bei seinem Einzug in die Stadt jubelten viele ihm zu. Wer weiß schon genau, was in den Köpfen dieser merkwürdigen Menschen vor sich geht? Versteh einer dieses Volk! Da bringen sie ihm einen der ihren und wollen, dass er entscheidet. Probleme haben die! Sollen sie ihn doch in Ruhe lassen mit ihren religiösen Zankereien. ...

(aus Johannes 18,29–38)

Susanne Borée

=> Weniger brauchen

Alles, was Du brauchst, ist we­niger!“ So steht es auf einer gut gefüllten Einkaufstasche. Dahin- ter ein Zug mit dem Warnhinweis „Nicht einsteigen!“ Zufällig sah ich diese Szene am Hauptbahnhof Bamberg. Sie schien mir gleich symptomatisch zu sein. Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei, da ich von einem Termin kam. Natürlich brauche ich immer weniger als sich in meinem Kleiderschrank, der Kammer oder dem Keller verbirgt. ...

Wolfgang Huber

=> Nachfolge auf den Punkt gebracht

Warum gerade jetzt? Die Frage stellte Wolfgang Huber an den Beginn seiner Lesung aus seinem neuen Bonhoeffer-Buch. Mit rund 120 Besuchern war sie in der Rothenburger Filiale der Rupprecht-Buchhandlung bis auf den letzten Platz gefüllt. Warum also brachte Huber sein geschriebenes Porträt über Dietrich Bonhoeffer gerade jetzt, zu Beginn des Jahres 2019, heraus? „Die Antwort ist einfach: Weil sie fertig war“, antwortete der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Landesbischof schlicht. Sein ganzes Leben hindurch, seit seiner Pfadfinder-Zeit, habe er sich mit Dietrich Bonhoeffer beschäftigt. ...

Pfarrerin Johannetta Cornell

=> Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt

Ein Tipi, ein Indianerzelt kennen viele noch aus ihrer Jugend, sei es aus Roman, Film oder gar Kinderzimmer. Es steht für den Geist des Wilden Westens, den Geist der Freiheit und des Abenteuers. Dieses Tipi steht für ähnliche Werte – und doch ganz anders. Dazu kommt, dieses Tipi steht in Lindau am Bodensee. Es ist der derzeitige zentrale Versammlungsort der Jugendkirche „luv“, einer Kirche für Jugendliche aus Lindau und dem Umland und ein Teil der Jugendarbeit im Dekanat Kempten. Fünf ähnliche Projekte gibt es derzeit in der bayerischen Landeskirche. Doch die haben alle ein Kirchengebäude als Heimat. ...

Jochen Hackstein

=> Leid überwinden?

Witwen bringen Pech“: So schreit es der Volksmund in Ruanda heraus. Und Witwen sollten das Land überfluten. Vor genau 25 Jahren begann am 6. April 1994 der Völkermord in Ruanda. Innerhalb von hundert Tagen wurden bis zu einer Million Tutsi von Angehörigen der Volksgruppe der Hutu ermordet. Zurück blieben die Frauen: Bis zu 80 Prozent der Witwen wurden vergewaltigt. Bis zu einer halben Million Frauen war geschätzt davon betroffen. Genauere Zahlen gibt es nicht. Denn viele verbergen ihr Schicksal bis heute. Die Hälfte von ihnen soll bewusst mit dem HIV-Virus infiziert worden sein. Viele erwarteten Kinder von ihren Peinigern. So hat es die „ora Kinderhilfe international e. V.“ dokumentiert. Zum 25. Jahrestag des Grauens bemüht sich das Hilfswerk „die Erinnerung zu bewahren und für die Zukunft daraus zu lernen“. ...