Eine große Verheißung - das Leben siegt

Brücke
Foto: Bek-Baier

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und Letzte, der tot war und lebendig geworden ist: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage lang. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

                     Offenbarung 2, 8-11

Johannes der Seher schreibt, im Namen des Erhöhten, sieben Gemeinden Kleinasiens eine je eigene Botschaft ins Stammbuch. An die Gemeinde zu Smyrna in ihrer Bedrängnis und Verfolgung kein Wort der Kritik. Klar benennt er die großen Lebensfeinde: Gefängnis, Teufel, Tod. Wie viel Sterben, in unserer Welt, unserem kleinen Leben - naturgemäß oder von Menschen gemacht! Auch an diesem Sonntag verlöscht Leben, als wär’s nur eine Sternschnuppe. Darunter vermeidbares Leiden und Töten auf den kleinen und großen Kampfplätzen unserer Erde.

Unermessliche Schuld, Grenzen des Erträglichen, ja des eigenen Lebens. Johannes verliert sich darin nicht. Täglich kommen Neugeborene in unsere Welt - wie funkelnde Hoffnungs-Sterne. Der "Erste" ist mitten drinnen in unserem Gehen und Kommen. Weil Er "Letzter" sein wird, spricht Er in jede Armut und Schwachheit hinein. Eine Gemeinde ohne öffentlichen Status, bedroht von Feinden, die sie verschwinden machen wollen, vergewissert Er: Zum Leben berufen! Etwas völlig anderes als Gefühlsbäder, leere Versprechen, ein fades "Vielleicht".
  

Smyrna und uns trennen Jahrhunderte. Uns bleibt erspart, was eine Gemeinde wie sie und unzählige Andere erlitten, was Christen heute weltweit an Unterdrückung und Ausgrenzung erleben. Die Offenbarung enthält nun Briefe an jede Gemeinde, die Zeiten hindurch an die Ökumene in ihrem Unterwegssein, Ängsten und Sehnsüchten gerichtet. Wir wissen vom Elend zahlloser Hinausgehaltener - in den Flüchtlingslagern und Todes-Camps unserer Zeit. Ergreift der Herr das Wort, so macht Er alles Ergehen zur Chef-Sache. Er sieht hinein, kennt die Großen und die Kleinen. Er tröstet, wo oft nicht einmal mehr Eltern Worte finden.

"…bis in den Tod" - eine reine Friedhofs-Perspektive? Nein: Trost, wenn der Atem kürzer wird, es dick kommt. Halten wir also dies fest: Der Ewige, Grund von unser aller Leben, ist auch dessen Mitte, Ziel und Erfüllung. Er öffnet Türen - in uns, zueinander, zur Hoffnung. Bedrängten sagt Er eine Not endende Wende an. Alles Übel muss vergehen. Seine Fürsorge erreicht Sehnsüchtige. Öffnen wir Armen und Furchtsamen, Deprimierten unserer Tage Türen in die Gemeinden, in unser Leben. Kommt eine von Leid und Not befreite Vollendungszeit, so gehört diese uns allen. Johannes will uns diese Gewissheit in den Sinn schreiben.

                  Traugott Farnbacher, Referent Pazifik/Ostasien bei Mission EineWelt

Gebet:

Unser Herr Jesus Christus. Danke, dass Du der Erste und Letzte bist und uns in ein neues Leben hinein führst. Erhalte gerade allen Leidenden die Hoffnung, zu Dir aufzublicken, nicht von Furcht gelähmt zu werden, und im Glauben an Deinen Sieg voranzugehen. Lass uns bezeugen, dass Du letzte Worte im Tod wie mitten im Leben hast.

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