Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 14.10.2018
Brücke

=> Andacht: Bei der Sache bleiben

Die Sitzung dauert schon zwei Stunden und wir sind erst beim zweiten Tagesordnungspunkt. Ich habe schon ein paar Blümchen gemalt und jetzt verabrede ich mich am Handy mit meiner Tochter zum abendlichen Uno-Spiel. Ich bin in Gedanken ganz woanders. Der Sitzungsleiter ist gnädig und lächelt, Martin Luther aber hätte mich bestimmt zur Ordnung gerufen und mich ermahnt, bei der Sache zu sein und meine Arbeit zu tun, so wie ich es auch mit meinen träumenden Schülern tue, die sich für alles interessieren, nur nicht für meinen tollen Unterricht. So tun als wäre ich gar nicht da. Das mag in Sitzungen möglich sein und in der Schule. Aber im Leben? Meint Paulus das? So tun als wäre nichts von Bedeutung für mich, keine Beziehungen und keine Gefühle? Weil ja doch alles bald vorbei ist? ...

(1. Korinther 7, 29-31)

Martin Bek-Baier

=> Die Wahl als Möglichkeit

Es ist Landtagswahl. Es ist ein wichtiges Recht und eine Pflicht in einer Demokratie wählen zu gehen. Ein Privileg, das die Menschen in nicht allen Ländern dieser Erde haben. Die Wahl ist eine Möglichkeit direkt auf die Politik Einfluss zu nehmen. Nur was soll man wählen? Die erstaunlichsten Wahlkampfplakate wollen uns zum Wählen animieren. ...

Liane Bednarz

=> Die Angstprediger

Sie wollen das christliche Abendland retten, kämpfen gegen die Ehe für alle, Gender Mainstreaming, Abtreibung und fürchten eine Islamisierung Deutschlands. Die Publizistin Liane Bednarz nennt sie "Angstprediger". Wer ihnen auch folgt: Fromme Christen, die offen Sympathie für Pegida, AfD und Co. zeigen. Schon lange beschäftigt sich Bednarz mit der sogenannten Neuen Rechten. Doch sind diese Christen deswegen gleich rechts oder nur wertkonservativ? ...

Christian Pfeiffer

=> Gewaltiger Wandel im sanften Gewand

Christian Pfeiffer war 13 Jahre alt: Am Rande einer kleinen Stadt am Inn wohnte er als Kostgänger auf einem Bauernhof, um das Gymnasium besuchen zu können. In einer Nacht weckte ihn Lärm: Der Verwalter tat seiner Frau Gewalt an. Doch vor 60 Jahren war dies in der Ehe kein Grund, um die Polizei zu rufen. Diese Erfahrung prägte ihn: Christian Pfeiffer, geboren 1944, erlangte Bekanntheit als Kriminologe. Er leitete mehr als 30 Jahre lang das Kriminologische Forschungsinstitut (KFN) in Hannover. Nun lud ihn das Evangelische Bildungszentrum Bad Alexandersbad zu einem Wochenendseminar zum Thema "Mythos Gewalt - Wie lässt sich die Gewalt in unserer Gesellschaft vermindern?" ein. ...

Der deutsche Botschafter in Bulgarien, Herbert Salber, und Wilhelm Wenning

=> Vergessene Front - vergessene Tote

Gerade einmal 20 oder 21 Jahre wurden sie alt: Junge Männer aus Bayern, die fern der Heimat, in Süd-Bulgarien - am Rand der Welt sozusagen - "für das Vaterland" starben. Sie fielen eben nicht an bekannten Schlachtfeldern, wie Verdun, an der Maas oder an der Isonzofront. Sie fielen in Bulgarien, in einem bei uns weitgehend unbekannten Gebirge. Zum Gedenken an hundert Jahre Kriegsende des Ersten Weltkrieges führte der Volksbund Deutsche Kiregsgräberfürsorge e.V. aus Bayern eine Presse-Informationsreise nach Bulgarien unter dem Motto "Vergessene Front des Ersten Weltkrieges" durch. Zehn bayerische Journalisten und eine Journalistin besuchten - unterstützt von der Volksbund-Stiftung "Gedenken und Frieden" - Kriegsgräber und Frontabschnitte, die in Geschichtsbüchern nur in Randnotizen vorkommen. Und doch ließen hier junge Soldaten aller Kriegsparteien ihr Leben. ...

Christiane Kunz

=> Wie sich Neues formen kann

''Dann ist nichts mehr, wie es war. Wir bekommen uns altes Leben nicht zurück.'' Christiane Kunz weiß, wovon sie spricht. Sie ist nicht nur Koordinatorin des Vereins "Kinderhospiz Sternenzelt e. V." in Marktheidenfeld in Mainfranken. Es besteht seit zehn Jahren und feiert das Jubiläum. Nein, Kunz kann gleichzeitig auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, bei denen ihr der Tod ganz nahe kam: Es war an einem Sonntagnachmittag im Februar 2007. Plötzlich klingelten die Notfallseelsorger bei ihr: Der 20-jährige Sohn war in einer Straßenkurve nicht weit entfernt tödlich verunglückt. Was ihr Leben in Sekundenbruchteilen veränderte, dauert bei anderen Familien manchmal Jahre: Der Abschied von dem eigenen Kind. ...

Außerdem lesen Sie unter anderen in unserer gedruckten Ausgabe vom 28. Oktober 2018:

- Wahlbeteiligung bei Kirchenvorstandswahlen voraussichtlich sehr hoch

- ''Boxenstopp'' für den Religionsunterricht: Zukunftsstrategien am Religionspädagogischen Zentrum in Heilsbronn vorgestellt

- Antje Jackelén über protestantische Gemeinschaft und Verantwortung 501 Jahre nach 1517

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