Teilt die Liebe!

Brücke
Foto: Bek-Baier

Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid.

aus Galater 2,1­-4

Das regenbogenfarbige Strandkleid im Batikstil mit dem großen roten Herzen in der Mitte gehört mittlerweile fest zu meinen Konzertrequisiten. Schon oft habe ich bei meinen Liederreisen gestaunt, wie dieses "Herz-Kleid" Kinder, haben sie es erst einmal angezogen, in noch farbenprächtigere Boten der Liebe Gottes verwandelt: Tänzerisch, strahlend, leichtfüßig beginnen sie die Botschaft des Kleides selbst dem Publikum vor Augen zu führen, ob in den Townships und Schulen in Afrika, bei Schulgottesdiensten oder Workshops in der Türkei, Thailand oder auch hierzulande: Kinder geben auf theatralische und spontane Weise das Geheimnis unseres Glaubens weiter - die Liebe.

Ich lade dann am Klavier die Schüler, die Gemeinde ein, in das eigens dazu komponierte Lied "We praise the love" einzustimmen: "Wir preisen die Liebe unseres wunderbaren Gottes, die wie ein farbiges Kleid Jesu in mir wirkt; kommt und freut euch, streckt die Hände zum Himmel, lasst uns Gottes Liebe teilen, um die Welt frei zu machen ..."

So ist Gott, so ist seine Liebe. Wir sind ins Leben gerufen, von Herzen beschenkt, das von einem unbeschreiblich großen Herzen, der Liebe Gottes, am Leben erhalten wird; in und durch Jesus zeigt uns Gott, wie Liebe im Alltag, in der Gemeinde aussehen kann; durch den Heiligen Geist spüren wir, was es heißt, in der Liebe zu leben, befreit und tätig füreinander zu leben und nicht egoistisch Besitzstandswahrung zu betreiben. In der Taufe, im Glauben wird uns dieses Kleid als lebenslange Erinnerung für uns und andere spürbar und erlebbar angezogen.

Erlebbar? Ja! Predigten, Andachten, Lieder, Trost - und Mutworte, Taten der Nächstenliebe: Sie alle erinnern uns, dass wir reich Beschenkte sind und zum Verschenken geboren sind; Jesu Liebe dürfen, ja sollen wir mit diesem so aussagekräftigen sommerlichen Kleid widerspiegeln.

Wie oft aber haben Christen damals wie auch wir heute Kleider der Macht, der Rechthaberei, der persönlichen Ehre und Selbstverliebtheit angezogen und erst sehr viel später gemerkt, wie der Geist der Liebe aus Gremien- und Gemeinderäumen verschwunden war.

Von den Kindern lerne ich auf meinen Weltreisen im übertragenen Sinn immer wieder neu, dass wir nicht lange zögern und überlegen sollen, ob und wie oft wir dieses Christuskleid anziehen und alte Kleider und Klamotten, Gewohnheiten und Lebensstile ablegen. Sie zeigen uns ehrlich und offen wie Streit in Versöhnung, Angst in Mut, Zweifel in Vertrauen und Glauben münden kann und wir so letzten Endes glücklich und befreit leben können, auch wenn Lebensumstände manchmal schmerzend und schwierig bleiben.

Eine Außenwirkung hat dieses Christuskleid auch, ja es ist die beste Werbung für ein attraktives und einladendes Christentum, für Werte und Einstellungen, die Alleinstehende, eine Familie, Nachbarschaft, Gemeinde, ja die Gesellschaft als Ganzes bereichern will, nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe, so wie Jesus es uns vorgelebt hat: Liebe, von Mensch zu Mensch, sichtbar, spürbar und hörbar.
Teilt diese Liebe, dann seid ihr frei  für den anderen, für Gott, ja frei von euch selbst und für euch selbst.

                            Johannes Matthias Roth, Schulpfarrer Nürnberg

Gebet:

Du Gott beschenke uns täglich neu mit dem Kleid deiner Liebe und lass es uns mutig und frei tragen. Amen

Lied 665:

Liebe ist nicht nur ein Wort

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