Rummelsberger Diakonie-Chef tritt zurück

Wolfgang Bub
Wolfgang Bub. Foto: PR

Wolfgang Bub sorgt für Paukenschlag

 

Bitte beachten Sie dazu auch unseren Kommentar in Ausgabe 50, Seite 4.

Die Zeitung wurde gedruckt, bevor der Rücktritt Bubs gemeldet wurde

 

Rummelsberg (epd). Der Chef der Rummelsberger Diakonie, Wolfgang Bub, ist überraschend von seinen Ämtern zurückgetreten. Nach nur 13 Monaten als Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Anstalten und Rektor der Diakonen-Brüderschaft hat der 51-Jährige nach Mitteilung vom Dienstag um vorzeitige Beendigung seines Vertrags gebeten.

 

Die Belastung der letzten Wochen habe "jenseits der Grenze des Zumutbaren" gelegen, teilte Bub in einer persönlichen Erklärung mit. Als Gründe nannte er die Presseberichterstattung über Rummelsberg, sowie "manche Äußerungen von einzelnen Brüdern und ein unterschiedliches Verständnis von Leitung zwischen Teilen der Brüderschaft und mir". Deshalb habe er sich entschlossen, nun Rücksicht auf seine Gesundheit und seine Familie zu nehmen.

 

Die Rummelsberger Diakonie steht wegen Vorgängen, die vor Bubs Amtszeit lagen, unter heftiger öffentlicher Kritik. Es wurde bekannt, dass der vor zwei Jahren zum Rücktritt gezwungene Bub-Vorgänger Karl Heinz Bierlein zusätzlich zu seinem Pfarrersgehalt monatlich 2.000 Euro Sonderzahlungen kassiert hatte. Außerdem hatte ein im Streit ausgeschiedener Geschäftsführer 450.000 Euro Abfindung bekommen. Gleichzeitig hatte die Diakonie ein Zeitarbeitsunternehmen betrieben, das Mitarbeiter zu Niedrigtarifen beschäftigte.

 

Er sei für die Aufarbeitung der Vergangenheit eingetreten, betonte Bub. Die Transparenz im Unternehmen sei wesentlich erhöht worden, die Frage der Gehaltsstrukturen sei angegangen und die Probleme der Unwirtschaftlichkeit seien erkannt. Ein Prozess strategischer Neuausrichtung sei eingeleitet.

 

Bub will bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterhin zur Verfügung zu stehen. Die ersten Schritte für die Nachfolgeregelung sind laut dem Verwaltungsratsvorsitzenden der Rummelsberger Anstalten, Jörg Kruttschnitt, bereits getroffen. Er nannte Bubs Rückzug schmerzhaft. Bedauern äußerten auch die Sprecher der Diakone und der Diakonninnen sowie der Geschäftführer des Rummelsberger Sozialunternehmens, Harald Frei. Sie würdigten Bubs Einsatz für eine „neue Kultur der Offenheit und Transparenz“. Bub, der vorher Dekan in Neumarkt war, wird in den Dienst der evangelischen Landeskirche zurücktreten.

 

Mit 6.400 Beschäftigten zählt die Rummelsberger Diakonie zu den größten evangelischen Sozialunternehmen in Deutschland. Kern sind die geistlichen Gemeinschaften der Diakone und der Diakoninnen.