Evangelische Kirche in Ljubljana, oben die Burg.
Evangelische Kirche in Ljubljana, oben die Burg. Foto: Borée

Flagge zeigen

Allerdings sehen manche seiner Kollegen gerade aus den östlichen Landesteilen dies anders, fügt er ungefragt an. "Aber dort mag die Situation auch anders sein." Jedes Jahr verliert die Kirche rund hundert Mitglieder. Meist aus den Prekmurje-Gebieten, in denen die Gemeinden überaltert sind. Vielleicht müssen sie bald dort Gemeinden zusammenlegen, befürchtet der Bischof. Nur die Gemeinde in Ljubljana bekomme jährlich etwa fünf bis zehn Mitglieder hinzu, so der Bischof stolz. Hell scheint da die Hoffnung.

Gerade hier sei das Engagement über die Gemeindegrenzen hinaus besonders wichtig. Neben Repräsentanten der katholischen Kirche, deren Mitglieder weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, werde er zu staatlichen repräsentativen Ereignissen eingeladen. "Wir sitzen dann in der ersten Reihe." Manchmal kämen noch Vertreter der anderen Religionsgemeinschaften hinzu, "aber nicht in der ersten Reihe". Schließlich hat die evangelische Kirche ja seit Truber diese große historische Bedeutung. Die slowenischen Euro-Münzen zeigen sein Bild. Bei dem zentralen Reformationsgottesdienst 2017 sei die gesamte Staatsspitze zu Gast in der evangelischen Kirche Ljubljanas gewesen. Die Gemeinden hätten da mehr als 60 Veranstaltungen gestemmt.

Noch wichtiger ist Geza Filo jedoch das diakonische Engagement seiner Kirche. Filo leitete lange die "Podpornica", also die diakonische Hilfe. Für soziale Zwecke gibt der Staat den Gewinn der Lotto-Einnahmen. Auch die Diakonie erhielt einen guten Anteil davon. Weitere Unterstützung kommt von ausländischen Schwesterkirchen. "Es ist ­besser, in junge Menschen zu investieren als in Gebäude." Leider sei die evangelische Kirche zu schwach, um Kindergärten oder gar Schulen zu führen.
Doch - ein Kindergartenzelt bauten sie auf, als die Flüchtlinge 2015 auch durch Slowenien strömten. Filo taufte auch Iraner, die teils im Land blieben und jetzt auch aktiv in der Gemeinde seien. Und Protestanten engagieren sich in der Frauenarbeit gerade im Übermur-Gebiet.

Für Wochenendseminare, zu denen sich Frauen aus den ländlichen Gebieten austauschen können, herrsche riesiger Bedarf. Frauen aus Slowenien luden im vergangenen Jahr voll Hoffnung evangelische Frauen aus Kroatien und Serbien zu einem Begegnungsseminar ein. Die Folgen der Kriege in Ex-Jugoslawien und die Vorurteile zwischen den Bevölkerungsgruppen kamen zur Sprache. Auch hier hilft das Jahresprojekt des Gustav-Adolf-Werkes. 

Spendenkonto: KD-Bank, IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, Kennwort: "Jahresprojekt 2018 der Frauenarbeit"

                    Susanne Borée

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