Wieviel sind wir Gott wert?

Brücke
Foto: Bek-Baier

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt hat und ihm die Herrlichkeit gegeben, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt. 

                      (1. Petrus 1, 18-21)

Alles hat seinen Preis. Ein schickes Kleidungsstück genauso wie eine ­Urlaubsreise oder ein neues Auto. Beim Verkauf eines Wohnhauses sagte die damit beauftragte Rechtsanwältin zu den Kaufinteressenten: "Das Haus ist so viel wert, wie Sie zu zahlen bereit sind." Derjenige mit dem höchsten Gebot bekommt dann den Zuschlag.

Was will ich? Was ist mir wichtig? Wie viel bin ich bereit, dafür auszugeben? Um das vorhandene Budget nicht zu überschreiten, hat das neue Auto gegebenenfalls weniger Extras, fällt der Kleiderkauf kleiner aus oder der Urlaub wird anderswo geplant.

Was ist ein Mensch wert? Rein materiell betrachtet nichts. Dennoch ist jeder einzelne Mensch unendlich wertvoll. Keiner ist mehr und keiner weniger wert. Das eigene, geliebte Kind ist genauso viel wert wie irgendein hungerndes Kind  im Südsudan. Der Lebenspartner ist genauso kostbar wie der der Flüchtling, der in unserem Land Schutz sucht.

Natürlich haben wir zu den Menschen, die uns vertraut sind und die wir lieben, ein tieferes Verhältnis. Und je mehr wir andere lieben, umso wertvoller sind sie für uns persönlich. Sie sind ein großer menschlicher Schatz für uns. Zugleich wissen wir, dass man weder Liebe kaufen noch Menschen mit Geld bezahlen kann.

Im ersten Jahrhundert nach Christus war das ganz anders. Es gab Sklaven. Als  Handelsware konnten sie gekauft oder verkauft werden. Mancher Sklave oder manche Sklavin träumte davon, freigekauft zu werden. Aber wer Sklave war, der blieb es meistens. Auf diesem Hintergrund erinnert der 1. Petrusbrief daran, dass in einer Hinsicht alle Menschen wie Sklavinnen und Sklaven sind. Sie leben in einem "nichtigen Wandel", wie es in der neuen Übersetzung nach Martin Luther heißt. In der Bibelübersetzung "Hoffnung für alle" ist hier von der "Sklaverei der Sünde" die Rede.

Wie rechtlose und unfreie Sklaven nicht ohne Freikauf von ihrem Zustand loskommen konnten, brauchen wir einen, der uns von unserem "nichtigen Wandel" und von der "Sklaverei der Sünde"  freikauft, befreit und erlöst. Jesus Christus tut dies für uns. Seine Erlösung hat allerdings ihren Preis. Gold, Silber und alles Geld der Welt würde dafür nicht reichen. Er kauft uns los mit seinem "teuren Blut".

So viel sind wir Gott wert, dass er den höchst möglichen Preis für unsere Erlösung zahlt. Weil er uns liebt, ist jede und jeder für Gott ein kostbarer Schatz, wie liebende Menschen füreinander ein wertvoller Schatz sind. Gott gibt unendlich viel dafür, um uns bei sich zu haben. In Jesus Christus hat er seinen Plan verwirklicht und vollendet. Durch ihn - den Gekreuzigten und Auferstandenen - gehören wir zu Gott, glauben an ihn und hoffen auf ihn. In der "herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Römer 8,21) dürfen wir leben.      

              Günter Bauer, Pfarrer und Senior im Dekanat Bad Windsheim

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