Editorial: Wie gehen wir in der Kirche miteinander um?

Martin Bek-Baier
Martin Bek-Baier

Wie gehen wir in der Kirche miteinander um? Wie sprechen wir miteinander? Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm macht sich Sorgen um die Kommunikationskultur in unserer Kirche. Das sagte er auf der Herbstsynode in Amberg. Nicht ohne Grund kam er auf dieses Thema.

Zwei Immobilien sorgten im zu Ende gehenden Jahr in der Landeskirche, in den betroffenen Regionen für Besorgnis, Unruhe, Gerüchten und Ärger: Die Landeskirche erwarb eine große Immobilie in der Bayreuther Straße 1 in Nürnberg und prüfte den möglichen Verkauf des Evangelischen Tagungshauses Wildbad in Rothenburg ob der Tauber (wir berichteten jeweils).  

Transparenz ist wichtig. Doch manchmal stößt sie auf Grenzen. Bei einem Geschäft ist Vertraulichkeit und Schutz der Verhandlungspartner wichtig. Es ist klar, beim Kauf einer Immobilie muss zwischen Käufer und Verkäufer eine gewisse Vertraulichkeit herrschen. So war es auch im Fall der Bayreuther Straße. Es kam  der Vorwurf der Mauschelei auf.  

Die Forderung, dass alle solchen Geschäfte vom Landeskirchenrat oder der Synode überprüft werden müssten, hält Bedford-Strohm für nicht durchführbar. Er habe absolutes Vertrauen in die Finanzabteilung und ihre Experten, die von der Kirche beauftragt sind, solche Prozesse abzuwickeln.

Etwas anders liegt der Fall beim Wildbad Rothenburg. Die Sondierungsgespräche, die das Landeskirchenamt einging, verschreckten die Beschäftigten und die Evangelischen einer ganzen Region. Bedford-Strohm stellte es nun so dar, dass man von Anfang an beschlossen hatte, offen und transparent vorzugehen. Man habe auf ein Angebot reagieren müssen. Es gab drei Optionen, die geprüft wurden: Alles so lassen wie es ist, verkaufen und eine Partnerschaft mit dem Investor. Der Bischof bedauerte, dass es in diesem Prüfprozess zu heftigen Diskussionen und Gerüchten kam. Obwohl der Vorsatz der Offenheit da war, kamen bei Beteiligten Spekulationen auf, ob nicht doch finanzielle Vorteile für die Landeskirche im Vordergrund stehen.

In so einem Fall muss einerseits ein offenes und anderseits besonnenes Gespräch stattfinden können. Zurückhaltung von Unin­formierten und Unbeteiligten ist selbstverständlich. Am wichtigsten ist Respekt und Vertrauen zwischen den Gesprächspartnern.
                                 Martin Bek-Baier

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