Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 25.12.2016
Brücke

=> Andacht: Er wird der Friede sein

Die Weissagung des Propheten Micha lesen wir Christen im Lichte der Christnacht. Jener Nacht, in der das Warten ein Ende findet und etwas Neues anbricht: Gott kommt in diese Welt. Er kommt an einem Ort zur Welt, den kaum jemand kennt. Bethlehem, ein kleines Nest im judäischen Land. Aus diesem Kleinen, Unbedeutenden kommt nun der ganz Große. Er kommt in der Kraft und im Namen Gottes. "Sie werden sicher wohnen" und "er wird der Friede sein". Sicherheit und Frieden - danach sehnen sich Menschen an allen Orten. Das war früher so und ist es heute. Im privaten Leben wie im Weltgeschehen. Als Christen glauben wir, dass mit dem Kind in der Krippe in Bethlehem Gott in die Welt gekommen ist und mit ihm sich das Verheißene erfüllt. Wie aber kann das sein, wo doch das, was wir erleben, für viele so ganz anders ist? ...

(aus Micha 5)

Johanna Haberer

=> Die Vom Rande der Welt

Es ist ja in den vergangenen Jahren oft beobachtet worden, dass die Flucht aus den Dörfern auch in unserem Land um sich greift und sich der Eindruck verbreitet, das ''richtige Leben'' spiele sich nur in den großen Städten ab. Kürzlich hat der Schriftsteller und Islamwissenschaftler Navid Kermani, der ein wichtiger Brückenbauer zwischen dem Islam und dem Christentum ist, von einer Fahrt über das flache Land in den Vereinigten Staaten erzählt. Er erinnerte daran, dass die wichtigsten Liedermacher einer ganzen friedens­bewegten Generation gerade aus diesen menschenleeren und unbeachteten Landstrichen kamen. Bob Dylan zum Beispiel, der Nobelpreisträger für Literatur 2016. ...

Südsudanesische Mutter

=> Start ins Leben im Kreislauf der Gewalt

Die 17-jährige Rosetta und ihr 20-jähriger Mann Gabriel aus dem Südsudan waren guter Hoffnung. Sie sorgten vor: Während Rosettas Schwangerschaft besuchten sie regelmäßig die Johanniter-Gesundheitsstation im südsudanesischen Nagero. Als die Wehen einsetzten, erwartete sie dort schon ihre Hebamme Therese. Rosettas Wehen hörten jedoch nach zwölf Stunden auf. Gemeinsam mit Therese und ihrem Mann fuhr sie ins vier Stunden entfernte Krankenhaus nach Tambura. Auf dem Weg brachte sie ihre kleine Tochter Poskina mit Hilfe der Hebamme am Straßenrand zur Welt. Und das mitten im Bürgerkrieg. ...

Tannenbaum in Namibia

=> Die Kerzen sind im Kühlschrank: Weihnachten in Namibia

Achim Gerber lebt mit seiner Frau Katja und den Söhnen David (15) und Niklas (17) seit August 2010 in Windhoek. Er ist bayerischer Pfarrer über die EKD in die ELKIN (DELK) entsandt. Weihnachten in Namibia ist heiß. Sehr heiß. Dort sind ja die Jahreszeiten sozusagen gegenüber Europa auf den Kopf gestellt. ...

Krippenspiel

=> Verwandlung in einen Sehnsuchtsort: Weihnachten in New York

Große rote Christbaumkugeln schwimmen behende in einem sonst recht nüchternen Kunstwerk aus Beton und Wasser. Gebäude verwandeln sich in riesige Geschenkverpackungen aus weißem und rotem Licht. Engel säumen einen engen Durchgang und weisen auf den sich vor einem Hochhaus majestätisch erhebenden Christbaum hin, zu dessen Füßen fleißige Schlittschuhläufer Figuren in das Eis malen. Es ist Weihnachtszeit in New York. ...

Ruth Pfau

=> Lebenslinien (Teil 65): Ein Tag im Leben der deutschen Lepra-Ärztin Ruth Pfau

Es sind Rituale, die Ruth Pfau liebt. Und pflegt. Gerade auch jetzt in der Adventszeit. Sie erinnert sich gerne an die Lichter in den Kirchen, an die Kerzen zuhause. Und versucht, auch ein wenig von dem in Pakistan zu finden. Doch es geht ihr vor allem um den inneren Frieden. Und der ist ihr am wichtigsten. Und den hat sie gefunden, schon lange. Damals und heute, in Pakistan wie auch in Afghanistan. Es ist ein gutes Gefühl. Ein Gefühl, das bleibt. ...