Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 16.10.2016
Brücke

=> Andacht: Gut gerüstet

Wenn ich zu Weihnachten etwas weniger Wertvolles als meine Schwester geschenkt bekam, legte meine Mutter noch fünf Mark dazu. Damit es gerecht ist. Damit jeder von den Kindern gleich viel bekommt. Auch meinen Kindern gebe ich heute die gleich hohe Summe Taschengeld, was den Protest des 13-Jährigen auf den Plan ruft: Das sei ungerecht, seine Schwester sei ja drei Jahre jünger und in anderen Familien wäre das auch nicht so....

(aus Epheser 6, 10-17)

Martin Bek-Baier

=> Ort der Trauer - und des Friedens

Es ist wichtig, dass Trauer seinen Ort hat. Friedhöfe sind aber noch mehr - wie ihr Name sagt. Sie geben den Körpern Verstorbener einen würdigen Ort des Rastens, des Friedens. Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten des Krieges können darüber hinaus noch viel mehr sein: Orte, die zum Frieden mahnen. Wer je auf einem Soldatenfriedhof vor tausenden und abertausenden weißer oder schwarzer Kreuze stand, weiß, wie bedrückend einerseits das Erinnern sein kann. Wenn man daran denkt, dass unter jedem Kreuz bis zu vier Gefallene ruhen. Aber solche Anlagen strahlen auch Frieden aus und können dem Betrachter diesen ein paar Augenblicke lang schenken. ...

Verdun

=> Engel in der Hölle von Verdun

Verdun, der Name der Stadt an der Maas ist Sinnbild für das Grauen des Ersten Weltkrieges. Reihen von tausenden weißen und schwarzen Kreuzen mahnen heute dort zu Frieden, wo vor einhundert Jahren die längste Schlacht der Weltgeschichte tobte. Die Schlacht um Verdun hatte am 21. Februar 1916 begonnen und dauerte bis zum 12. Dezember an. Sie kostete 300.000 Menschen auf beiden Seiten das Leben. Unzählige wurden verwundet. Noch heute sind neben den Gräberfeldern unzählige Granattrichter zu erkennen. Unter den Opfern sind auch viele bayerische Soldaten. Wer überlebte, hatte oft mit einem Trauma zu kämpfen. Welche Hoffnung hielt die Soldaten am Leben? Feldgeistliche berichteten, wie Briefe von Zuhause und der Glaube den Männern einen Halt boten. ...

Gunter Haug

=> Lebenslinien (Teil 55): Recht auf ein glückliches Leben?

Am Straßenrand bricht eine Bettlerin zusammen. Margret, Dienstmagd beim Kronenwirt, will nach ihr sehen. Doch ihr Herr treibt sie an die Arbeit zurück: "Für dieses Gesindel ist jede Minute zu schade. Geh endlich wieder zurück an die Arbeit!" Eine beklemmende Szene. Sie wird noch bedrückender dadurch, dass die Leser wissen: Gerade geht die letzte Gelegenheit unwiderruflich vorbei, dass Margret ihrer Schwester begegnet. In dem Vorgängerbuch "Die Töchter des Herrn Wiederkehr" stand Margrets Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Nun wechselt Gunter Haug den Blickwinkel zur verlorenen Schwester. Im Vergleich zeigt sich da, wie unterschiedlich zwei Personen eine Familie wahrnehmen konnten. ...