Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 4.9.2016
Brücke

=> Andacht: Bleibt wachsam!

Nie hätte ich gedacht, dass diese Sätze einmal so aktuell werden könnten. Dabei wecken sie in mir zunächst einmal Erinnerungen an die griechische und vorderasiatische Sagenwelt: Skylla und Charybdis, der Höllenhund Zerberus, die siebenköpfige Hydra. Die Mythologie war voll davon. Und hier: der Teufel, der wie ein brüllender Löwe umhergeht und Futter sucht. Nicht meine Welt, nicht meine Bilder. Meinte ich. Aber dann höre ich die Parolen von Rechtspopulisten und Fremdenhassern, sehe ich Fotos von brennenden Flüchtlingsheimen, lese ich von Übergriffen auf Menschen anderer Sprache und Hautfarbe. Fassungslos werde ich Zeuge, ...

(Auslegung zu 1. Petrus 5, 8-11, BasisBibel)

Martin Bek-Baier

=> Richtige Worte finden?

"Ich habe heute einer Freundin einen Abschiedsbrief geschrieben", sagte mir gestern eine Bekannte bei einem Spaziergang durch den Park. "Sie ist so alt wie ich und hat nun erfahren, dass sie sterben muss." Die Frau ist 35 Jahre alt, hat Krebs und hinterlässt drei Kinder. Meine Bekannte hat lange überlegt, ob sie zu der Sterbenden Freundin fahren soll. Doch sie sagt, sie sei zur Zeit selbst krank und weiß nicht, ob sie eine direkte Begegnung aushalten könne. "Ich finde es sehr schwer in dieser Situation die richtigen Worte zu finden", sagt sie. "Wer nicht!", antworte ich. Die Bekannte staunt ein wenig. "Ich dachte du bist Pfarrer und weißt darauf eine Antwort?" ...

Behindertes Flüchtlingskind

=> Lebenslinien (Teil 49): Von Land zu Land getragen

Andreas Brühler nimmt Mohamad fest an die Hand, geht mit ihm durch das Klassenzimmer und hinaus in den Gang. Wie Mohamad inzwischen läuft, ist beachtlich. "Als er zu uns kam, ging er kaum", sagt der Heilerziehungspflegehelfer, der sich im Zentrum für Körperbehinderte (ZfK) um das beeinträchtigte Kind kümmert. Der Achtjährige kam im März in die Einrichtung am Heuchelhof. Er ist eines von neun behinderten Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die das Zentrum inzwischen besuchen. Dreimal, erzählt Mohamads Vater Majed Al Madami, habe die vierköpfige Familie versucht, aus Syrien zu fliehen. Beim dritten Mal klappte es endlich. Die Flucht war extrem beschwerlich. Denn nicht nur Mohamad, sondern auch sein jüngerer Bruder Youssef ist schwer körperlich und geistig behindert. "Wir mussten die beiden von Land zu Land tragen", berichtet Majed Al Madami. ...