Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 17.4.2016
Brücke

=> Andacht: Geschenk des neuen Lebens

"Das ist mein zweiter Geburtstag." Ohne das genaue Datum zu kennen, weiß ich, wovon die Frau mir gegenspricht: Sie hatte Leukämie. Ihr zweiter Geburtstag ist der Tag der Knochenmarktransplantation. Mir ging es genauso: Als ich nach meinem Herzinfarkt auf den Monitoren sehen konnte, dass wieder Blut durch die Gefäße fließt, ging es mir ähnlich. Wir sitzen beim Kirchenkaffee. Einer nach dem anderen packt eine kleine oder große Geschichte zum Thema "ich fühle mich wie neugeboren" aus. ...

(Auslegung zu 1. Johannes 5,1-4)

Susanne Borée

=> Editorial: Gründen stille Wasser wirklich tief?

Wer träumt nicht davon: Plötzlich ein Telefonanruf, der einen aus seinem stillen, aber emsigen Alltag herausreißt. Stattdessen klingelt das Telefon genau dann, wenn ich mitten in meinen kreativsten Prozess bin: Ein telefonisches Schulterklopfen wäre willkommen. Aber nein - ich werde in eine dunkle Grube gestürzt ...

Charlotte Bronte

=> Versengt vom "taubengrauem" Feuer

Es waren leidenschaftliche Nächte. Immer weiter blätterten die Finger, sogen die Augen die Sätze und Kapitel auf. Mit 14 oder 15 Jahren gelang es mir nicht, die Nachttischlampe zu löschen. Bis zur letzten Seite brannten sich meine Gedanken in die Welten der "Sturmhöhe", der "Jane Eyre" oder der "Agnes Grey". Die Pfarrerstöchter Charlotte, Emily und Anne Brontë hatten sie geschrieben. Inzwischen ist es runde 200 Jahre her, seitdem die älteste und aktivste der Schwestern Charlotte Brontë am 21. April 1816 das Licht der Welt erblickte. Nun also ein persönlicher Geburtstagsgruß. Bevölkert waren ihre Welten von armen Waisen und brutalen, heuchlerischen Internatsleitern, von gepeinigten Gouvernanten, brutalen und unglücklichen Landedelleuten sowie ihren aufgedonnerten, hirnlosen Ehefrauen. ...

Lebensbaum

=> Lebenslinien (Teil 29): Verletzungen "auf weiten Raum" stellen

"Meine Schwester ist so tüchtig, hat drei Kinder und einen treu sorgenden Ehemann. Beide teilen sich die Arbeit, genießen gemeinsam die Familie." Eine Teilnehmerin des Seminartages "Familienstellen" beim evangelischen Bildungswerk Rothenburg - nennen wir sie Beate - hat lange überlegt, ob sie diese Situation an diesem sonnigen Vorfrühlingstag in die Gruppe hineintragen sollte. Nun ist es heraus. Sie muss schlucken. Dann fährt Beate tapfer fort: "Und ich selbst?" ...