Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 28.2.2016
Brücke

=> Andacht: In Gottes Licht

Welche Kraft doch ein kleines Licht entfalten kann. Es wärmt. Es strahlt. Es schenkt Geborgenheit. An die Kraft eines kleinen Lichtes muss ich bei den Worten aus dem Epheserbrief denken: "Ihr seid Licht in dem Herrn!" Ich darf mich angesprochen fühlen. Ich bin Licht in dem Herrn! Was für eine Aufwertung meines Lebens! ...

(Auslegung zu Epheser 5,1-8 a)

Martin Bek-Baier

=> Editorial: Wer ist das Volk?

"Ihr seid nicht das Volk! Ihr seid die Schande!", schreibt einer im Internet seine Bestürzung von der Seele - nach den Vorfällen in Sachsen mit einem hässlichen Mob. Nicht nur, dass die aufgepeitschte Menge einen Bus mit Flüchtlingsfamilien bedrängt und dabei skandiert "Wir sind das Volk!" war eine Schande. Damit entwürdigen sie das Engagement und die Zivilcourage derer, die vor mehr als 25 Jahren gegen ein Unrechtsregime aufstanden. Ebenso schlimm ist, dass die Polizei entwürdigend gegen die Bedrängten vorgeht und ein Kind mit Gewalt aus dem Bus zerrt. ...

Susanne Borée

=> Kommentar: Neuer Wind in engen Gassen?

"Wie kannst du nur als Frau ..." - so heißt es manchmal von gar zu besorgter Seite. Doch, ich kann. Ich habe mich auch noch nie unsicher gefühlt. Auch nicht, wenn ich allein in den düsteren Fluren ihrer Unterkunft herumlaufe, um den jungen Flüchtlingen Arzttermine in die Hand zu drücken. Seit Monaten engagiere ich mich da. Bin ich nicht besorgt genug? Eine ganz andere Frage ist wichtiger: In welcher Welt will ich leben? ...

Pfarrfamilie Schnurr

=> Vielleicht werden wir immer Flüchtlinge bleiben

Einige heißen es nicht gut, was "die Kirche" oder die Pfarrersfamilie Schnurr da tut. Sie fürchten sich vor "den Fremden", ihrer Kultur und vor allem ihrer Religion. So sagte ihnen jemand: "Wenn Sie so weiter machen, ist in 20 Jahren Ihre Kirche keine Kirche mehr, sondern eine Moschee." Die Pfarrerin Jutta Müller-Schnurr antwortete: "Es ist möglich, dass unsere Kirche in 20 Jahren eine Moschee ist, was ich bedauern würde. Aber ich glaube nicht, dass das dann am Zuzug oder Erstarken des Islam liegt, sondern am Desinteresse der Christen an ihrem eigenen Glauben." ...

Spiegelbaum

=> Lebenslinien (Teil 22): Am Ende ohne Trost?

Was hat der Mensch für seine Familie, seine Umgebung, die Gesellschaft geleistet? Ist das wichtiger als die Frage: Was erwartet mich nach dem Tod? Ja, so sagen moderne Menschen. Dies verändert aber auch die Einstellung zum eigenen Leben. So jedenfalls führte es Reiner Sörries aus, bis Ende September 2015 Direktor im "Museum für Sepulkralkultur" in Kassel. Im Rahmen der Tagung "Sterben, Tod, Jenseits" im Rothenburger Wildbad präsentierte er seine Gedanken. Sörries geht es darum, welche "Todes-Bewältigungsstrategien" unsere Kultur entwickelt hat. Auf Deutsch: Was erwarte oder befürchte ich nach dem Tod? ...