Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 25.10.2015
Brücke

=> Andacht: Auf einen Schlag vollkommen?

"Einen braucht der Mensch zum Treten, einen hat er immer, der ihn tritt ...", singt Konstantin Wecker in einem seiner Lieder. Das bei ihm anklingende Gesetz des Tretens und Getretenwerdens lässt tief blicken in Abgründe, die sich in der menschlichen Seele auftun. Abgründe, die denen recht zu geben scheinen, die behaupten, die Bergpredigt Jesu, aus der unser Bibelabschnitt stammt, sei völlig weltfremd, mit ihr lasse sich keineswegs politisches Handeln gestalten. Was in ihr zum Ausdruck komme, sei lediglich etwas für Schwächlinge. ...

(Auslegung zu Matthäus 5,38-48)

Susanne Borée

=> Editorial: Kann ich mein Leben erneuern?

Kann ich mein Leben erneuern? Ein guter Vorsatz lässt sich leicht fassen - nicht nur zum Jahresbeginn. Doch wann beginnt er, in mir Gestalt zu gewinnen? Und so nachhaltig mein Leben umzugestalten? Nicht nur das kleine Wörtchen "neu" steckt in der Erneuerung. Auch "erneut" findet sich dort wieder. Immer wieder, ein ums andere Mal muss man sich erneut aufraffen: Jedenfalls dann, wenn man anderen Akzenten in seinem Leben Raum gewinnen lassen will. Und sich dann von Freunden sagen lassen: "Habe ich noch gar nicht gemerkt, dass sich was bei dir verändert hat." ... 

Zuhörer Luthers

=> "Sie haben so feine Gedanken von Gott "

"Ich weiß einen hübschen, schönen Lustgarten. Da gehen viele Kinder drin, haben goldene Röcklein an und lesen schöne Äpfel unter den Bäumen auf und Birnen, Kirschen, Spilling und Pflaumen, singen, springen und sind fröhlich. Sie haben auch schöne kleine Pferdlein mit goldenen Zäumen und silbernen Sätteln. Da fragte ich den Mann, des der Garten ist, wem die Kinder gehörten. Da sprach er: Es sind die Kinder, die gern beten, lernen und fromm sind. Da sprach ich: Lieber Mann, ich habe auch einen Sohn, der heißt Hänschen Luther; könnte er nicht auch in den Garten kommen, dass er auch so schöne Äpfel und Birnen essen möchte und solche feine Pferdlein reiten und mit diesen Kindern spielen?" ...

Glocke

=> "Der Tag des Gerichtes"

Dunkel und voll tönt die Glocke über den Andächtigen, das schwere Seil schwingt heftig mit der Glocke nach. Man steht in einer dunklen Gruft. Von hoch oben im Turm fällt durch die schießschartenartigen Schlitze Licht in den Schacht des Beinhauses. Es beleuchtet spärlich die Namenszüge, die mal auf Eichenplatten, mal auf goldenem Mosaik geschrieben sind: Gefallene, die man identifizieren konnte. Hier im slowenischen Tolmin liegen in einer Gruft die Gebeine von 946 im Ersten Weltkrieg an der Isonzofront gefallenen deutschen Soldaten. ...

Wildbad

=> Fußball statt Fitness

Viele Nächte schliefen sie komplett bekleidet - sogar im Anorak und mit einem gepackten Rucksack neben sich. Erst langsam kommen sie auch an der Tauber an - die zehn jugendlichen Flüchtlinge. Seit einem Monat sind sie in der Gipsmühle des Rothenburger Wildbads eingezogen. Ohne Begleitung kamen sie hier an. Nun geleitet sie die Diakonie Neuendettelsau in ein neues Leben. Michael Rogowski leitet das Team von Erziehern und Sozialpädagogen in fünf Vollzeitstellen, die die sechs christlichen und vier muslimischen Jungen von der Elfenbeinküste und Eritrea, aus dem Senegal oder Syrien betreuen. ...

Bulitta

=> Lebenslinien (Teil 5): 30 Jahre Einsatz für die Friedenserziehung

Der Keller war für Hildegard Bulitta als Kind ein gruseliger Ort. Dort, wusste sie, starb im Krieg die Tante. Die 1947 geborene, lange in Kreuzwertheim tätige Lehrerin kann sich auch noch gut an die Kriegstrümmer erinnern. Bis heute lässt sie das Thema "Krieg" nicht los. Zusammen mit ihrem Mann Erich arbeitet sie derzeit an einem Grundlagenwerk zur Gedenk- und Erinnerungskultur. Zum Jahresende soll es erscheinen. Erich Bulitta, Anfang 1945 geboren, ist noch ein echtes "Kriegskind". An die unmittelbare Nachkriegszeit besitzt der 70-Jährige noch viele Erinnerungen. So bekam er die Hungerjahre mit.   ...