Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 20.9.2015
Brücke

=> Andacht: Das österliche Leben

Marta macht sich nichts vor: Sie hat eben, am Grab ihres Bruders, die Härte und Bitterkeit des Todes erlebt und kennt den Schmerz, den der Tod eines geliebten Menschen schafft. Sie weiß um die Rituale der Trauer, die Trost spenden, und ignoriert die Realität unserer Endlichkeit nicht. Deshalb kommt die Jüngerin aus Bethanien uns so menschlich und so greifbar nahe vor. Und sie wirkt auf sympathische Weise stark. Ihr Trost ist die Zukunftshoffnung ihres Glaubens: "Ich weiß wohl, dass Lazarus auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage." Und zugleich ist sie als echte Anhängerin Jesu davon überzeugt, dass Jesus hätte helfen können. ...

(Auslegung zu Johannes 11, 21-26, 41-42)

Inge Wollschläger

=> Editorial: Was ist für mich lebensnotwendig?

"Du musst fliehen. Fülle eine Plastiktüte mit deinen lebenswichtigen Dingen", steht auf einer Tüte, die eine Religionslehrerin an ihre Schüler verteilte. Dieses Foto von der Tüte geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Was ist lebenswichtig? Was könnte in dieser Tüte alles Platz finden? Was würde ich einpacken? Ehrlich gesagt: ich weiß es immer noch nicht, obwohl ich seit Tagen darüber nachdenke. Bisher hat es der liebe Gott gut mit mir gemeint. Ich musste nie schnell etwas einpacken, was mich eventuell über die nächsten Jahre begleiten sollte. ... 

Helfer in Würzburg

=> Christsein leben

Die Tage trudelte eine Kündigung im Sonntagsblatt ein. Ein Abonnent kündigte, weil er der Meinung ist, "dass das Thema Flüchtlinge nichts mit uns evangelischen Christen zu tun hätte". Dass dieses sehr wohl ein Thema für Christen ist, kann man in der Würzburger Deutschhausgemeinde im Gemeindehaus der Erlöserkirche derzeit erleben. Im Stadtteil Zellerau, in der diese Gemeinde beheimatet ist, wurde im August ein Zelt für bis zu 200 Flüchtlinge aufgestellt. ...

Dresdner Frauenkirche

=> Neues Leben in der Frauenkirche

"Eine Kirche voller Leben ist in das Herz Dresdens zurückgekehrt", so Frauenkirchpfarrer Sebastian Feydt. Und das seit zehn Jahren: Direkt vor dem Reformationsfest 2005 war die Wiedereinweihung der Kirche erlebbar - gut 60 Jahre nach ihrer Zerstörung infolge der verheerenden Luftangriffe auf Sachsens Hauptstadt im Februar 1945. Dabei gehört zur Frauenkirche kein einziger Quadratzentimeter Ortsgemeinde. Bewusst nicht. Denn 2005 gab es genug kirchliche Betreuung für Dresdens Protestanten. Schließlich gehören dort nur noch etwa 20 Prozent der Menschen der evangelischen Kirche an. Hinzu kommen rund fünf Prozent Katholiken - drei Viertel der Stadtbevölkerung ist also nicht mehr christlich geprägt. ...

Logo "Frischer Wind"

=> Serie: Frischer Wind, Teil 25

Das so genannte Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir Sonntag für Sonntag in fast jedem Gottesdienst sprechen, ist alt. Sehr alt. Es war das Taufbekenntnis der frühen Christen in Rom. Vermutlich stammt es aus dem 2. Jahrhundert. "Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde ..." Generationen von Christen haben das vor uns schon bekannt, Generationen werden es nach uns bekennen. Es sind Worte, die die Christen aller Zeiten und überall auf der Welt untereinander verbinden. Meistens wird es in Gemeinschaft gesprochen. Müsste man dann nicht eigentlich anfangen mit "Wir glauben"? Und doch heißt es: "Ich glaube!" Jeder und jede ist gefragt: "Glaubst du? Willst du dich zu dem lebendigen dreieinigen Gott bekennen?"  ...