Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 10.5.2015

In dieser Ausgabe des Sonntagsblattes lesen Sie:

Brücke

=> Andacht: Eine unerschöpfliche Kraft

"Beten Sie bitte für mich!" Beim ­Abschied eines langen und intensiven Gesprächs gibt mir die Frau auf der Türschwelle diese Bitte mit. Sie braucht viel Mut und auch den Willen sich selbst zu achten, damit sie dem, der sie missachtet und demütigt, widerstehen kann. "Sprechen Sie noch ein Gebet für mich?" Der Mann im Hospiz ist schwach, seine Gedanken aber klar. Der Abschied von seiner Fa milie fällt ihm schwer. Loslassen, das ist so leicht gesagt, aber die ­Kinder brauchen doch noch ihren Vater.

(Auslegung zu Johannes 16, 22-33)

Martin Bek-Baier

=> Editorial: Zeitzeugen der schlimmen Zeit

"Das war damals in der schlimmen Zeit nach dem Krieg!" Immer wenn dieser Satz fiel, bekam schon ich als Bub große Ohren. Und das ist heute noch so. Beim Thema Kriegsende und die Zeit nach dem Krieg erwartete spannende Geschichten. Erzählt haben sie mir damals meine Großeltern und Eltern. Und obwohl ich etwa 20 Jahre nach Kriegsende geboren wurde, waren das Geschichten aus einer anderen Welt und fernen Zeit, die scheinbar nichts mit der Welt in der ich lebe zu tun haben. Heute weiß ich, zwanzig Jahre sind kein Zeitraum, in dem man schlimme Ereignisse ganz vergessen und verarbeiten kann.  ... 

Erich Endreß heute

=> "Jetzt sind die Amerikaner da!"

"Der erste Krieg hörte mit einem Schwindel auf, der zweite hat mit einem Schwindel angefangen!" An diesen Satz seines Vaters erinnert sich Erich Endreß heute noch. So richtig verstanden hat er ihn wohl erst später. Denn zum Kriegsausbruch war Endreß knapp sechs Jahre alt. Er erinnert sich aber gut an den Tag im September 1939, als der Vater früher als sonst vom Dreschen am Feld wieder kam. Ein Bote hatte ihm einen Stellungsbefehl gebracht. Der Krieg hatte begonnen! Kurz ­darauf fuhr der Vater mit dem Fahrrad zur Kaserne. Doch er hatte Glück. Als vierzigjähriger Veteran des ersten Krieges wurde er nur als Wachsoldat in Marktbergel eingesetzt. Er durfte nach etwa einem Jahr nach Hause zurück. ...

Jesus und Petrus

=> Serie: Frischer Wind, Teil 6

"Ich kenne hier ja noch niemanden!" Und da sollte ich an einem ganzen Wochenende der Evangelischen Studierendengemeinde zur Einstimmung auf das neue Semester teilnehmen? Gerade erst war meinem damaligen Partner in die große, große Stadt gefolgt - und nun dies. Danach war nichts mehr wie vorher. Es war der Beginn einer wunderbaren Beziehung - zwischen mir und der Studierendengemeinde. Sie überlebte meine damalige real existierende Partnerschaft deutlich.  ...