Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 17.5.2015

In dieser Ausgabe des Sonntagsblattes lesen Sie:

Brücke

=> Andacht: Wenn aber der Tröster kommt

Am Weißen Sonntag wurde mein Patensohn konfirmiert. Als ich ihn da vor dem Altar stehen sah, habe ich mich gefragt: "Hast du ihm als Patin eigentlich genügend weitergege-ben von dem, was du glaubst, von dem, was dir Halt im Leben gibt?" Mit den Worten des Evangeliums gefragt: "Bist du Zeugin für Jesus gewesen?" Ich weiß es nicht. Ich hoffe, ihm durch die ihm geschenkte Zeit und mein Interesse an ihm auch etwas von Gottes Zuwendung zu uns Menschen weitergegeben zu haben. Ich hoffe, dass sich mein Patensohn immer wieder erinnert: "Das mit dem Glauben an Gott ist nicht ein Märchen. Da steckt Wahrheit und Kraft für mein Leben drin." Und ich wünsche ihm, dass ihm Menschen begegnen, die ihm zeigen, was Glaube für sie bedeutet.

(Auslegung zu Johannes 15,26-16,4)

Martin Bek-Baier

=> Editorial: Zeitzeugen des Sonntagsblattes

Unsere Aktion mit Zeitzeugenberichten ist eigentlich zu Ende. Doch sie ist so erfolgreich, dass wir immer noch  Post von Lesern bekommen, die sich an die letzten Kriegstage erinnern. Wie Else Scheer aus Reichenberg, die sich an Ostern 1945 in Marktsteft erinnert: "Ein Trupp deutscher Soldaten stellte sechs Panzerfäuste an unsere Hauswand und wollte unser Dorf verteidigen. Meine Mutter und die Nachbarn bettelten mit vielen guten Worten die Soldaten an, abzuziehen und auf keinen Fall die Panzerfäuste abzufeuern. Sie boten den Soldaten Zivilkleidung, Brot und Schinken an." ... 

Die Selbitzer Kirche

=> Panzer auf blumenbestreuten Straßen

Eine Konfirmation, die von Soldaten gestört wird. Eine Mutter, die mit einem Leiterwagen vor einer anrückenden Armee her rennt. Eine Konfirmandin, die sich an ihr Gesangbuch fest klammert und an den feindlichen Panzern vorbei läuft: Viel spannender kann ein erlebtes Kriegsende nicht sein, als es im oberfränkischen Selbitz war. ...

Jesus und Petrus

=> Serie: Frischer Wind, Teil 7

Gerüche sind etwas Faszinierendes: Der Duft des frisch gemahlenen Kaffees, der urplötzlich auf dem Weg durch die Stadt in der Luft liegt; der unverhoffte Schwall des blühenden Flieders, der sich vor meinem Auge versteckt hält; die Mischung aus dem längst schon verglühten Weihrauch und der kühlen Ewigkeit der Steine in der Wallfahrtsbasilika - Gerüche können mich augenblicklich in eine ganz bestimmte Stimmung versetzen, sie erinnern mich an Vergangenes, ohne dass mir das so richtig bewusst wird. Gerüche wehen oft ganz unverhofft an meine Nase: Das Leben riecht, zweifelsohne. ...