Kloster Wagenhausen
Das ehemalige Kloster Wagenhausen verlor seine Abtswürde während des Konstanzer Konzils.

Im Zeichen der Mitra

An das Konzil und den kurzen Aufenthalt des Papstes in Steckborn erinnert im Konzilsjubiläum ein besonderes Angebot: Ein Konzilsmenü aus regionalen Zutaten, die es schon im Mittelalter gegeben hat, haben rund 20 Restaurants im Thurgau auf ihrer Speisekarte. So auch das Hotel Feldbach. Damit gedenkt der Kanton, 600 Jahre nach dem Konstanzer Konzil, seiner tragenden Rolle im Mittelalter. Damals war der Thurgau die Kornkammer von Konstanz. Ohne das reichhaltige Lebensmittelangebot ihrer Nachbarn hätten die Konstanzer nicht alle Konzilsgäste ernähren können.

Wo mit mittelalterlichen Zutaten gekocht wird, das erfahren Gäste unter www.konzil-thurgau.ch, und  in einer von Thurgau Tourismus herausgegebenen Karte mit den Konzilwegen sind die teilnehmenden Restaurants vermerkt. Und wer auf den Geschmack des Mittelalters gekommen ist, kann sich im Thurgau auch mit mittelalterlichen Spezialitäten für zu Hause eindecken.

Zu den mit dem Thurgauer Mitra-Siegel vertriebenen Konzilsproduken gehören unter anderem ein Elbling, der aus einer der ältesten Rebsorten Europas gekeltert wird, der an Essig erinnernde Verjus aus dem Saft unreifer grüner Trauben, Quittenbrot und Anisbrötli.

Kloster Wagenhausen

Eines der ehemaligen Klöster liegt malerischer als das andere. Der Rhein und der Bodensee lieferten eine Lebensader für die Mönche oder Nonnen. Fischreichtum und Verkehrswege in einem. Kloster Wagenhausen, eine Gründung des 11. Jahrhunderts liegt ebenso direkt am jungen Strom. Der Rhein fließt direkt hinter der Kirche vorbei. Auch hier musste das Boot mit dem flüchtigen Papst vorbeigekommen sein. Ein Grund für das Ende der Abtei? Während des Konstanzer Konzils verlor Wagenhausen im Laufe der Auseinandersetzungen und des Spieles der Mächte 1417 seine Abteiwürde.

Doch auch heute noch erinnert viel an die ehrwürdige Geschichte des Klosters. Mehr als idyllisch ist der Kreuzgang von 1087. Die Marienglocke im Kirchturm stammt aus dem Jahr 1291. Sie ist so alt wie die Eidgenossenschaft und zählt zu den ältesten noch funktionierenden Glocken der Schweiz. In der Kirche kann man heute Reste der spätgotischen Wandmalereien bestaunen. "Es sind mit die Schönsten im Thurgau, der für seine gotischen Kirchenfresken bekannt ist", gerät Kunsthistoriker Gügel ins Schwärmen. "In der Reformation wurde die Klosterkirche zwinglianisch reformiert, aber von einem Bildersturm verschont", erzählt Dominik Gügel. Deswegen kann man heute noch die spätgotischen Wandmalereien bestaunen. Heute ist sie Kirche der Kirchengemeinde und Sitz des evangelischen Probstes.

Man kann noch die "Trotte" besichtigen, eine der besterhaltendsten Weinpressen und Mühlen am Rhein und die älteste im Thurgau. "Der Thurgau hat noch viele weitere Klöster mit ihren Kirchenschätzen zu bieten, die es zu entdecken gilt", so Kunsthistoriker Gügel.   

                                                Martin Bek-Baier

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