Andacht: Jeder Mitarbeiter - vor Gott verantwortlich

Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk. Gott hat mir in seiner Gnade den Auftrag und die Fähigkeit gegeben, wie ein guter Bauleiter das Fundament zu legen. Doch andere bauen nun darauf weiter. Und jeder muss darauf achten, dass er wirklich sorgfältig arbeitet. Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes oder gar besseres Fundament legen ... Denkt also daran, dass ihr Gottes Tempel seid und dass Gottes Geist in euch wohnt!  Wer diesen Tempel zerstört, den wird Gott richten. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser Tempel seid ihr! 

1. Korinther 3,9 ff, (nach "Hoffnung für alle")

Unser Leben - eine einzige Baustelle. Schon kleine Kinder spielen gerne mit Bauklötzen. Erwachsene schließen Bausparverträge ab und schmieden Baupläne. Wer im Leben weiter kommen will, macht ein Aufbau-Studium und baut fleißig an seiner Karriere. Zwischendurch bauen wir aber auch so manchen Mist. Und: Um im Alter nicht abzubauen, werden fleißig Aufbau-Präparate geschluckt. Unser ganzes Leben - eine Baustelle.

Paulus benutzt das Baustellen-Bild für die Arbeit in der Gemeinde Gottes. Wer nur Ruhe sucht, ist da offenbar fehl am Platz. Wenn Gemeinde also eine Baustelle ist, dann ist sie nicht der Ort, wo man sich unbedingt wohl fühlen muss. Christen sind nicht dazu da, es sich in Wohlfühlgemeinschaften einfach nur gut gehen zu lassen. Gemeinde Gottes - eine Baustelle, an der unser lebendiger Gott Großes schaffen will: sein ewiges Reich bauen! Sie und mich will er als seine Bauarbeiter mit dabeihaben. Also Gemeinde nicht danach aussuchen, wo es mir gut gefällt und ich die Menschen treffe, mit denen ich ohnehin schon immer gerne zusammen bin. Und trotzdem: Gemeinden Gottes sollten so sein, dass mir und Fremden eine wohltuende Herzenswärme entgegenkommt. 

Auftrag der Gemeinde Jesu ist und bleibt: Gottes Reich bauen! Was sind nun unsere Kirchen? Kultureinrichtungen wie Theater, Kino, Stadion? Wir Leute Gottes gehen eben in die Kirche wie andere auf den Sportplatz? Geht es uns (noch) um Gemeinde-Gottes-Bau und Menschen-Rettung durch Glauben an Jesus? Christen sind von Gott Beauftragte und Beschlagnahmte. Ist die Prioritätenfrage schon geklärt?  Wer hat den Erst-Anspruch unseres Denkens, Fühlens, Wollens, Arbeitens und Planens? Paulus geht es entscheidend um diese Besitzanzeige.

Wer sind wir? Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld und Gottes Bau! Denn Gottes Gnade wirkt - in uns. Das ist das Schöne im Reich Gottes: Wo man auch hinkommt, entdeckt man Menschen, die sich auch von Gott einsetzen lassen in diesem Reich. Rechts und links neben mir andere, eingesetzt als Mitarbeiter von Gott. Gemeinsam dürfen wir Dienst im Reich Gottes tun. Nicht nur heute. Vor uns hat der lebendige Gott schon Menschen berufen und nach uns wird er auch Menschen berufen. Es ist gut, von den Vätern und Müttern im Glauben zu lernen, und auch eine jüngere Generation anzuerkennen in ihrer Weise, wie sie Gott dienen.

Wenn wir nur auf Gott hören und uns von ihm bestimmen lassen, dann wird er Ihnen und mir auch die Zukunft weisen und Sie und ich dürfen mithelfen am Bau seines Reiches: Als von Gott beauftragte Mitarbeiter, jeder an dem Ort, an den ihn Gott gestellt hat! 

                         Pfarrer Martin Kühn,
                         Hirschaid-Buttenheim und Thuisbrunn

Gebet:

Schenke uns, Herr der Kirche, lebendige Gemeinden, in denen dein Geist redet und wirkt, und erhalte uns allezeit im Hören und im Beten, im Glauben und in der Treue zu dir, um deiner Liebe willen. Amen.

Lied 254:

Wir wolln uns gerne wagen