Maginot-Bunker
Eingang zur unterirdischen Festungsanlage der Maginot-Linie bei Schoenenbourg, nordöstlich von Haguenau

Auch der Zweite Weltkrieg rückt in immer ferneres Licht. Wirklich?=> "Klang aus einer anderen Welt", Teil I1

Nur wenige Kilometer weiter, in Schoenenbourg, findet sich eine Erinnerungsstädte ganz anderer Art: Ein Bunker der Maginot-Linie. Denn anders als beim Ende des Krieges blieb es hier während des Deutschen Vorrückens nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges vor nun genau 75 Jahren ruhig. Der Grund: Das französische Befestigungssystem der Maginot-Linie. Keine Waffe sollte dieser Befestigungslinie etwas anhaben können, die rechtzeitig vor dem Beginn des Krieges fertig wurde.

Tief unter der Erde lagen Kasernen-Bunker mit eigenem, damals hochmodernem Elektrizitätswerk und Entlüftungsanlagen. Benzin und Vorräte für einen Belagerungszeitraum von drei Monaten. Die dunklen Gänge und enge Kasernenräume, noch heute vollgestopft mit Feldbetten und Hängematten, verursachen immer noch Gänsehaut. Das war alles viel effizienter, als das später begonnene deutsche Gegenstück, der Westwall. Doch zu teuer.

Die Maginot-Linie kostete damals so viel, dass man jeder französischen Familie ein Einfamilienhaus hätte bauen können. An der Kostenfrage und auch der personalintensiven Verteidigung scheiterte der Bau einer durchgehenden Befestigung entlang der deutschen Grenze.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gingen die Deutschen einfach darum herum und marschierten weiter nördlich auf Paris zu. Die Bunker in Schoenenbourg etwa trotzten im Sommer 1940 einem wochenlangen, pausenlosen deutschen Trommelfeuer. Sie ergaben sich erst auf entsprechende Befehle Wochen nach französischen Kapitulation. So sind sie nicht nur ein Mahnmal eines grandiosen Befestigungsbaus, sondern erinnern auch an die vergebliche Mühe einer anscheinend perfekten Kriegsvorbereitung. 

                                            Susanne Borée

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