Das Bauen ist das Ziel

Campus Galli
Eine Klosteranlage des Frühmittelalters entsteht mit originalen Methoden. Fotos: Bek-Baier

Campus Galli, eine Klosterstadt soll wie zur Zeit Karl des Großen am Bodensee entstehen

"Der Baumstamm ist nicht gleichmäßig gewachsen, du musst dort noch mehr wegnehmen", ruft ein Handwerker seinem Kollegen zu. Sie schlagen gerade aus einem Eichenstamm einen rechteckigen Balken heraus. Ihre Werkzeuge sind altertümliche Beile, ihre Kleidung ist mittelalterlich. Alles ist selbst hergestellt. Die Handwerker könnten dem Mittelalter entsprungen sein. Doch sie sind Angestellte eines besonderen Projektes, auf dem "Campus Galli", soll eine Klosterstadt aus der Zeit Karl des Großen entstehen.

"Wir wollen den Menschen das 9. Jahrhundert nahebringen", sagt Bert M. Geurten. Der 65-jährige Journalist stammt aus der Kaiserstadt Aachen und hat eine ganz besondere Vision: "Ich habe mit 15 Jahren ein Modell des weltberühmten Klosterplans von St. Gallen gesehen", sagt Geurten, "der mich so beeindruckt hat, dass er mich nie wieder losließ." Eines Tages sah er einen Dokumentarfilm über den Bau einer Burg mit den technischen Methoden des Mittelalters im französischen Guédelon. "Mir war klar, ich baue keine Burg nach modernen Plänen. Ich baue eine Kirche nach dem Plan, der Grundlage der Architektur des Abendlandes ist." Und dieses Kloster aus der Zeit Karl des Großen will der Journalist bei Meßkirch, unweit des Bodensees er­bauen.

"Wir arbeiten ausschließlich mit den Geräten und Techniken, die es im 9. Jahrhundert gab." Dazu hat Geurten die Bibliotheken durchforstet. Dieses Jahrhundert ist relativ gut belegt. Karl der Große hatte für Wissenschaft und Fortschritt einen tragfähigen Boden bereitet. Diese Ära wird karolingische Renaissance genannt. Die Klöster waren dabei die Motoren für den kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung. 

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