Andacht: Wenn das Vertrauen zwischen Gott und Mensch gestört ist

Und es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Mose und Aaron in der Wüste. Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin

2. Mose 16

Es ist Dienstagvormittag, 11.00 Uhr. Ich stehe vor einem Gartentor und läute an der Glocke. Ich habe gehört, dass in dieser Familie jemand schwer krank ist. Es dauert lange bis sich die Tür am Haus öffnet. Ein älterer Mann ruft unfreundlich zu mir an der geschlossenen Gartentür: "Wir kaufen nichts!" Ich sage, dass ich Pfarrer bin und sie gerne besuchen möchte, auch wegen der Krankheit seiner Frau. "Mit Gott und Kirche habe ich abgeschlossen. Ich will ihren Besuch nicht! Gehen Sie wieder!"

So oder ähnlich ergeht es Pfarrern und Ehrenamtlichen, die Besuche machen immer wieder. Sie bekommen den Frust ab, der sich über längere Zeit angesammelt hat. Aber der Gedanke ist ja gar nicht so abwegig. Wenn Gott nicht für mein Wohlergehen sorgt, dann kündige ich den Glauben auf. So denken nicht Wenige.
Monate später treffe ich den gleichen Mann im Gottesdienst und bin überrascht, ihn zu sehen. Er ahnt meine Gedanken und sagt: "Ich habe vielleicht doch vorschnell Gottes Hilfe ausgeschlossen. Meine Frau ist überraschend wieder ganz gesund geworden. Vielleicht war ja doch Gott am Werk? Auf jeden Fall komme ich jetzt öfter in die Kirche."

Dieser Mann hat die Erfahrung gemacht, dass eine zeitweilige Aussichtslosigkeit noch lange nicht das letzte Wort sein muss. Wir sollten also nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen, sondern auch dann auf Gottes Hilfe hoffen, wenn es "eng" wird. In unserer biblischen Geschichte wird deutlich, dass Gott auf die materielle Not seines Volkes reagiert. Nicht immer wird die Hilfe Gottes so konkret sein. Manchmal wird es auch nur die Kraft sein, Unabwendbares zu ertragen.

                         Dekan Günther Werner, Forchheim

Gebet:

 Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verlässt auf Jesus Christ, dem muss der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich gar fest und steif tu setzen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen

Lied 623:

Wer Gott vertraut

 

              

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