Andacht: Ein Haus aus lebendigen Steinen

Zu Gott kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): "Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden."

1. Petrus 2,4-6

Passt denn das zusammen? Theater spielen in der Kirche - dort, wo normalerweise Gottesdienst gefeiert wird? Der Mann, der so fragte, konnte es sich schlecht vorstellen. Freund­lich erhielt er als Antwort: In unserer Gemeinde passt das zusammen - in ein und demselben modernen Gebäude.

Passt denn das zusammen? Sehr verschiedene Menschen engagieren sich in einer Kirchengemeinde, jeweils an unterschiedlichen Stellen. Jeder und jede ist - so das Bild vom geistlichen Haus im 1. Petrusbrief  - ein einzigartiger und lebendiger Stein. Es braucht die verschiedenen Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche in einer Gemeinde. Etwa Personen, die gerne zupacken und ganz praktische Arbeit leisten. Oder Frauen und Männer, die mit offenen Augen durch eine Gemeinde gehen, und die Not vor Gott bringen, die sie sehen.  

Eine Kirchengemeinde als lebendiges Geschehen: Am Puls der Zeit zu sein, aber ohne auf der Welle des Zeitgeistes zu surfen. Wie eine Gemeinde erlebt wird, hängt ganz entscheidend mit den Personen ­zusammen, die aktiv sind. Sie geben ihrer Gemeinde jeweils ein Gesicht. Ja noch mehr, sie geben in Wort und Tat Zeugnis vom christlichen Glauben. Das geistliche Haus und das priesterliche Geschlecht. Es meint, Mittler zwischen Gott und Menschen zu sein. Genau diese Aufgabe haben Priester - im doppelten Sinn: Menschen zu Gott zu führen und Gott zu den Menschen. Übrigens: Dieser priesterliche Dienst ist nicht allein Aufgabe von Geistlichen, sondern von allen Christinnen und Christen. Ganz bewusst redet Martin Luther deshalb vom Priestertum aller Getauften.Passt denn das zusammen - so ein Haus mit unterschiedlichen Steinen? Ist es nicht ein mitunter instabiles Gebäude?

Die Antwort des 1. Petrusbriefes: Jesus Christus hält als Eckstein alles zusammen. Ohne diesen entscheidenden Stein würde alles zusammen stürzen. Aber mit ihm hat es Bestand. Solange sich eine Gemeinde immer wieder auf ihn als den Herrn ausrichtet und sich nicht an anderen Herren orientiert. In der gemeinsamen Orientierung auf Jesus Christus hin haben die unterschiedlichen Menschen und Arbeitsfelder jeweils ihren Platz. Etwa diejenigen, die geistlichen Fragen nachgehen und die Personen, die sozial-diakonisch aktiv sind.

Passt denn das zusammen? Mit Jesus Christus als Eckstein, der das Ganze zusammenhält, hat alles seinen Platz in der Gemeinde: Zum Beispiel Gottesdienst feiern und Theater spielen.

                         Dekan Günter Saalfrank, Hof

Gebet:

Herr, erwecke Deine Kirche
und fange bei mir an. Herr, baue Deine Gemeinde und fange bei mir an.
Herr, lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fange bei mir an. Herr, bringe Deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fange bei mir an. Amen.

Lied 354:

Ich habe nun den Grund

 

              

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