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Ein buntes und fröhliches "Flagge zeigen"
Über
5000 Menschen beim Fest für Fußballfreunde in
Nürnberg
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Michael
Götz vom CVJM, Detlef Bierbaum – Dekan und
WM-Beauftragter des Dekanates – und Peter Reuter (von links)
von der evangelischen Jugend bildeten das Kernteam der Vorbereitung
für das Fest.
Foto: Noack
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Unter
dem Motto „Viele Kirchen – ein Fest“
haben sich über 5000 Menschen auf dem Kornmarkt in
Nürnberg getroffen und gemeinsam ein Fest für
Fußballfreunde gefeiert. Nicht mitgezählt
wurden die unzähligen Passanten an den drei
Nebenbühnen in den angrenzenden Gassen. Einen Anstoß
für den Glauben – das wollten die Initatoren
erreichen und haben es mit einem bunten und vielfältigen,
immer kurzweiligen Programm in überzeugender Weise geschafft.
Noch nie hat in Nürnberg eine so breite Allianz von
christlichen Kirchen, Gemeinden und Werken ein gemeinsames Fest
organisiert.
Gelebte
Ökumene
Eine
Fußball-Weltmeisterschaft ist ein Weltereignis. Fünf
der 64 Spiele wurden zwischen dem 11. und 25. Juni in Nürnberg
ausgetragen. Diese prickelnde Atmosphäre begeisternder Spiele,
Traumpässe und Fehlpässe, Freudentränen und
Trauer, kulturelle Höhepunkte außerhalb der Stadien,
Events am Rande der Spiele! Die Welt zu Gast in Nürnberg, das
stellte auch an Christen aus den verschiedensten Kirchen und Gemeinden
neue Herausforderungen.
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Paolo Sergio,
ehemaliger brasilianischer Weltmeister erzählte von seinem
Glauben.
Foto: Noack
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Deshalb
hat sich ein Netzwerk von Mitarbeitern des CVJM, der
Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK), der evangelischen
Jugend Nürnberg, dem Team Eichenkreuz, der katholischen
Stadtkirche, der Kolpingfamilie und dem evangelische Dekanat gebildet,
um gemeinsam das Fest zu planen und durchzuführen. Dekan
Detlef Bierbaum beeindruckte schon bei der Vorbereitung vor allem das
sehr gute ökumenische Miteinander. „Die
Ökume in Nürnberg hat sich in der Vorbereitung des
Festes sehr positiv entwickelt. Darauf kann man in Zukunft bei anderen
Projekten sicher weiter aufbauen“, sagte der engagierte
Beauftrage für die Weltmeisterschaft des Dekanates.
Neben
einem attraktiven Bühnenprogramm mit dem Kinderliedermacher
Daniel Kallauch, der südafrikanischen Tanzgruppe IThemba, der
HipHop-Band BAFF, dem Wortakrobaten Theo Eißler und dem
Musiker Jo Jasper gab es vor allem auch die Möglichkeit, sich
selbst betätigen: Vom Streetsoccer über Tischkicker,
einer Torwand, einem Sponsoren-Lauf bis hin zu einer Abseilaktion,
einem Trommelworkshop sowie Mal- und Bastelaktionen wurde vieles
geboten. Das Kunstprojekt „Sichtschicht“ war
besonders augenfällig. In einem Plastikschlauch konnte
Fußball gespielt werden.
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Daniel Kallauch zog
vor allem Kinder und junge Familien mit seinem Soloprogramm in den Bann
und sorge für begeistere Stimmung am Platz vor der
Bühne.
Foto: Noack
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Star des Tages war
zweifellos der brasilianische Fußballweltmeister von 1994
Paulo Sergio, der in einem Interview in einem der sogenannten
„Stop & Go – Gottesdiensten“ von
seinem Glauben sprach. „Während meiner Karriere hab
ich zu Gott gebetet, dass er mir nachher die Möglichkeit gibt,
seine Botschaft weiter zu geben. Ich wünsche mir von deutschen
Christen auch mehr Mut, um in der Öffentlichkeit von ihrem
Glauben zu erzählen.“ China Keitetsi (ehemalige
Kindersoldatin, siehe Seite 10), sagte in einem Interview:
„Es ist schön, hier alle friedlich miteinader
spielen und feiern zu sehen. Ich wünsche allen Kindern dieser
Welt, dass sie mit Bällen schießen können
und nicht mit Gewehren!“ Dekan Bierbaum meinte: „Es
ist schön, wenn die Kirchen Flagge zeigen und so
enthusiastisch die Botschaft Gottes weitergeben wie Paulo Sergio,
frisch, fröhlich, frei.“ Das ist mit diesem
besonderen Fest sicher in beeindruckender Weise
gelungen.
Manuela Noack
Gott gewinnt den Titel – schon vor dem
Endspiel
Lobe den
Herrn meine Seele und was in mir ist seinen heiligen Namen! Lobe den
Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: Der
dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet
mit Gnade und Barmherzigkeit.
Psalm 103,
1–4
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Jubelnde, frohgestimmte Menschen
in der Masse. Dieses Bild entstand nicht bei einem
Fußballspiel oder auf einem Konzert, sondern auf einem
evangelischen Kirchentag.
Foto: epd
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Vom Jubel der Fans
sind diese Tage durchzogen und von der Enttäuschung der
Verlierer. „We are the Champions“ singen die einen
und die anderen schleichen vom Platz mit hängenden
Köpfen. Nur über die besten Akteure, denen alles
gelungen ist und die alles gegeben haben, werden die Zeitungen
uneingeschränkte Lobeshymnen anstimmen. Bereits kleinste
Fehler werden ansonsten zu großen Schlagzeilen verarbeitet
und als nationale Schande an den Pranger gestellt.
Da muss Gott doch
alles richtig gemacht haben, dass ein „Fan“ sein
Loblied anstimmt auf ihn: „Lobe den Herrn meine Seele und was
in mir ist seinen heiligen Namen.“ Das klingt nach einem Sieg
auf der ganzen Linie, nach dem Titelgewinn: „Lobe den Herrn
meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Das klingt
auch nach rundherum unbeschwerten Gläubigen, denen die
Probleme, Sorgen, Leid und Krankheit unbekannt sind. In der
Ukraine sind nach der Wende kleine lutherische Gemeinden wieder
entstanden.
Menschen gaben
dadurch ihrem Glauben Ausdruck, den auch Gefangenschaft in Sibirien und
die Arbeitslager am Weißen Meer nicht auslöschen
konnten. Eines der ersten Lieder in fast jeder Gemeinde ist der Choral
„Lobe den Herren den mächtigen König der
Ehren“. Man sollte meinen, dass die schwierigen
Lebensverhältnisse und das übergroße Leid
und Unrecht das Lob in den Menschen erstickt haben. Doch es ist das
Gegenteil der Fall. Das bloße Überleben im Lager,
später der Wiederaufbau der Kirche oder eine Wiedergenesung
von Krankheit waren und sind Gelegenheiten Gott zu loben in den kleinen
Gemeinden.
Die Erinnerung an
das, was Gott getan hat, setzt wie im Psalm 103 in der
persönlichen Erfahrung an. Der Psalmist rückt dabei
an die erste Stelle die Vergebung der Sünde, die Aufhebung der
Trennung von Gott. Gutes fängt für ihn nicht dort an,
wo sich die Lebenssituation verbessert, sondern wo die Trennung von
Gott aufgehoben ist. Dass im gleichen Atemzug auch Heilungserfahrungen
in das Lob Gottes aufgenommen werden, macht deutlich, dass
Sündenvergebung nicht „theoretisch“
verstanden wird, sondern konkret Wirkungen im Leben zeigt.
Aber das Beispiel
der verfolgten Christen im Osten zeigt, dass das Lob Gottes nicht erst
dann erklingen kann, wenn alle Gebrechen geheilt, alles Leid besiegt
und alle Probleme gelöst sind. Wir müssen nicht erst
das Endspiel abwarten, um Gott als den Sieger zu loben. Dabei sind wir
zuversichtlich, dass sich die Krönung unseres Lebens mit Gnade
und Barmherzigkeit ereignet nicht als ein Wanderpokal, den wir nach
vier Jahren weitergeben müssen, sondern als
immerwährende Gegenwart Gottes, heute schon erfahrbar. Gott
sei Lob und Dank.
Pfarrer Ulrich Zenker,
Olching
Gebet:
O Jesu, wir wissen: Kein Wort, kein Gedanke und kein Geschöpf
auf dieser Welt kann nur von Ferne sagen, begreifen oder darstellen,
wer Du bist und wie Du bist. Und dennoch darf unser Herz Dich anbeten,
Dich lieben in der Unendlichkeit Deines Erbarmens. Hochgelobt bist Du!
Amen.
nach Hanna Hümmer
Lied 316,4: Wir
glauben Gott im höchsten Thron
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