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60 Jahre und kein bisschen leise
Renommierter
Windsbacher Knabenchor feierte Jubiläum mit einer
Aufführung des "Elias"
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Der
Jubiläumschor kürzlich bei einem Konzert in der neu
eingeweihten Frauenkirche in Dresden.
Foto: Mila Pavan
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„In
der Meistersingerhalle in Nürnberg feierte der Windsbacher
Knabenchor sein sechzigjähriges Bestehen. Musikalisch gefeiert
wurde mit einem der bedeutendsten Oratorien des 19.Jahrhunderts: Felix
Mendelssohn-Bartholdy, ehemals jüdischer Herkunft und dann
konvertiert zum evangelischen Glauben, arbeitete 10 Jahre daran. In dem
dramatischen Werk werden die Höhe- und Tiefpunkte der
schroffen und kantigen Prophetengestalt Elia geschildert. Das reicht
von der Prophezeiung der Dürre aufgrund eines sich und Gott
verfehlenden Königtums über Elias Depression bis hin
zum Gottesurteil auf dem Berg Karmel, dem Regenwunder, der
Gottesoffenbarung auf dem Horeb und Elias Himmelfahrt.
Die
Uraufführung des Werkes in Birmingham geriet 1846, ein Jahr
vor dem Tod des Komponisten, zu einem grandiosen Triumph. Und
Mendelssohns Triumph geriet 160 Jahre später zum Triumph des
Windsbacher Knabenchors mit seinem Dirigenten Karl-Friedrich Beringer.
102 Knaben- und Männerstimmen, das Deutsche
Symphonie-Orchester aus Berlin sowie Sibylla Rubens (Sopran), Rebecca
Martin (Alt), Markus Schäfer (Tenor) und Michael Volle
(Bariton) wurden von Beringer zu einer musikalischen
Höchstleistung geführt, so dass dem gesamten
Klangkörper ein überwältigender Applaus und
stehende Ovationen minutenlang sicher waren. Dies war auch als
Bekenntnis zu einem Dirigenten zu verstehen, der durch das Feuer
verschiedenster Anschuldigungen, Verdächtigungen,
Untersuchungen, gerichtlicher Urteile und pubicity-trächtiger
Ausschlachtung mancher Presse-Organe ging und nun in noch
größerem künstlerischen Glanz
dasteht.
Den
anschließenden Festakt moderierte Dekan Horst
Heißmann, Vorsitzender des Vorstands der „Stiftung
Windsbacher Kabenchor“. Er stellte zur Diskussion, ob der
Chor nicht sogar schon viel älter sei: Schon 402 Jahre
früher sangen anlässlich einer Beerdigung einige
Knaben aus der Windsbacher Kirchengemeinde, also durchaus ein kleiner
„Windsbacher Knabenchor“. In Vertretung von
Staatsminister Günther Beckstein, dem Schirmherrn des
„Patronats Windsbacher Knabenchor“, der eine
Grußadresse und das persönliche Bekenntnis zu
Karl-Friedrich Beringer überreichen ließ, sprach
Minister Eberhard Sinner. Er hob die überregionale
Qualität des Vorzeigechores hervor, die mit Geld
allein nicht zu fördern sei, die dem Bayerischen Staat aber
10.000.- Euro als Geburtstags-Präsent wert sei.
Landesbischof
Johannes Friedrich hob in seinem Grußwort hervor, dass die
Windsbacher ihrem spirituellen Auftrag nicht nur durch Konzerte,
sondern auch durch die Mitgestaltung von vielen Gottesdiensten und den
„Lorenzer Motetten“ gerecht würden.
Ingo
Friedrich sieht den Knabenchor in der musikalischen Champions-League
spielen: Der Chor sei nicht nur Botschafter der Region oder Frankens;
er sei durch seine bestechende Brillianz und seine weltweite
Reisetätigkeit, nicht zuletzt im kulturellen Gepäck
von Bundespräsidenten, ein hervorragender Botschafter
Deutschlands.
Chorleiter und Chef Karl-Friedrich Beringer dankte herzlich
für die ehrenden Worte und das entgegengebrachte Vertrauen. Er
ließ wissen, dass in den vergangenen 60 Jahren etwa 1600
Sänger mitgesungen haben. Besonders hob er seinen
Vorgänger Hans Thamm hervor, der den Chor 1946 im
Pfarrwaisenhaus gegründet hatte und der damals schon Rufe ins
Ausland bekommen hätte, ihnen aber nicht gefolgt sei. Er,
Beringer, habe mit dem Aufstieg in die internationale
Öffentlichkeit nur das nachvollzogen, was schon zu Thamms
Zeiten angelegt gewesen sei.
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Brachte die
„Windsbacher“ durch kontinuierliche Arbeit auf
höchstets künstlerisches Niveau und hat die Leitung
seit dem Jahr 1978 inne: Karl-Friedrich Beringer.
Foto. Mila Pavan
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Beringer stufte die
letzten
beiden Jahre als die Jahre der größten Krise der
Einrichtung
„Windsbacher Knabenchor“ ein, den er 1978
übernommen habe. Er versuchte
zu verdeutlichen, wie wehrlos ein Mensch sei, wenn er in die
Mühlen
missliebiger Presseorgane gerate, deren Berichte sich vor allem aus
Verdächtigungen speisten. In diesem Zusammenhang schenkte er
sechs
Abiturienten in einer bewegenden Szene , die durch ihr augenblickliches
Abitur nicht mitsingen könnten, eine Rose. Gerade die
Männerstimmen
hätten sich in diesen schlimmen Zeiten in einer Weise um die
Atmosphäre
im und den Schutz des Knabenchors verdient gemacht, die
höchsten
Respekt verdiene. Beringer schloss seine Ausführungen mit
einem
persönlichen Bekenntnis: „Ich arbeite sehr gerne in
Windsbach, ich bin
weiterhin außerordentlich motiviert für diese
Arbeit. Aber ich vertrete
den Stil einer ehrlich-pädagogischen musikalischen Arbeit, die
sich
nicht im Loben von Leistungen erschöpft, sondern immer eine
weitere
Perspektive hat.“
Ein
überraschendes Schlusswort konnte sich der vormalige
Leiter und immer
noch drahtige Grand-Signeur des Knabenchors, Hans Thamm, nicht
verkneifen. Darin hielt er manche alten, inzwischen aber verstaubt
wirkenden pädagogischen Werte wie Disziplin und Leistung
aufrecht und
verteidigte damit insgeheim den Weg Beringers.
Der
Beifall der anwesenden Windsbacher Freunde war ihm gewiss. Nach diesem
Festakt kann der Windsbacher Knabenchor mit einer gefestigten Zukunft
rechnen.
Peter Noack
Rundfunkübertragung
Das
Geburtstagskonzert mit Felix Mendelssohn-Barholdys
„Elias“ wird vom
Bayerischen Rundfunk in seinem Programm „Bayern 4
Klassik“ am
Donnerstag, den 15. Juni 2006, um 18.05 Uhr übertragen.
Gottes Gebote im Herzen haben
Siehe, es
kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich … einen neuen
Bund schließen… Ich will mein Gesetz in ihr Herz
geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und
ich will ihr Gott sein. Und … sie sollen mich alle erkennen,
beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen
ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Jeremia
31,31–34 in Auswahl
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Der Trost einer Mutter hilft
„wirklich“ über Schmerz hinweg. Gottes
Geist und Gottes Liebe befähigt Christen Anderen
beizustehen.
Foto: KNA
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„Heile,
heile, Segen, drei Tage Regen, drei Tage Schnee, tut schon nimmer
weh!“ An die Melodie dieses gesungenen Liedverses erinnere
ich mich gut. Es sollte mich als Kind beruhigen, wenn ich gefallen war
und mir das Knie aufschürfte. Der Schmerz ließ
für mich „wirklich“ nach, wenn meine
Mutter auf die Wunde pustete und sie „besang“ und
dann verarztete. Ich glaubte, dass es schneller heilen würde.
„Ich
brauche Sie“, sagte der Herr von der Rettungsleitstelle. Eine
Frau war an der Unfallstelle verstorben, jetzt war meine Aufgabe den
Angehörigen beizustehen. Bangen Herzens machte ich mich auf
den Weg zu meinem Notfallseelsorgeeinsatz. Was sage ich nur? Wie kann
ich den vom Unglück überumpelten Angehörigen
helfen? Werde ich die richtigen Worte finden? Nach mehr als vier
Stunden war mein Einsatz beendet und die Betroffenen in der Obhut von
Verwandten und Freunden.
Die Menschen zur
Zeit des Propheten Jeremia waren am Boden zerstört. Das von
vielen Propheten angekündigte Unheil war gekommen. Viele
Menschen hatten nicht daran geglaubt und die Botschaft nicht ernst
genommen. Dann kamen die babylonischen Truppen, nahmen die Stadt
Jerusalem ein, zerstörten den Tempel, entweihten die
liturgischen Geräte und verschleppten die obersten Beamten und
ihre Familien vom Königshof. Wir bezeichnen dieses Ereignis
als babylonische Gefangenschaft. Der Prophet Jeremia hatte es
vorhergesagt, trotzdem ging er mit ihnen ins Exil.
Ziemlich trostlos
das Ganze. Doch dann durfte Jeremia den Trauernden und Verzweifelten
eine Heilszeit ankündigen. Und das ist mehr als:
„Heile, heile Segen – morgen ist alles
wieder gut!“ Und es ist mehr als ich in der Notfallseelsorge
zusagen konnte. Gott verspricht für seine Menschen zu sorgen,
einen Neuanfang, den jeder erkennen kann. Sie dürfen
heimkehren aus ihrer Gefangenschaft. Und Jeremia geht mit ihnen. Ihre
größte Erniedrigung ist zu Ende. Sogar der Tempel in
Jerusalem wird wieder aufgebaut. Das Heil wird deutlich
spürbar und sichtbar.
Gott
schließt einen neuen Bund, einen Vertrag mit
Selbstverpflichtung: Gott gibt sein Gesetz in die Herzen der Menschen
und vergibt. Unter Gesetz verstehen Juden den reinen Willen Gottes, wie
er sich in der Thora, den fünf Büchern Mose,
widerspiegelt. Im engs-ten Sinn sind es die Zehn Gebote. Sie sind die
Grundregeln und setzen Grenzen, oder geben den Rahmen. Und sie
ermöglichen die Liebe und gebieten der Lieblosigkeit Einhalt.
Das Gesetz im Herzen haben bedeutet, dass wir es in allen unseren
Sinnen aufgenommen haben. Aus Buchstaben wird ein Gesetz aus
Fleisch und Blut. Wer Gottes Willen, aus vollem Herzen tut, der
lässt mit seinem Leben Gott erkennen und begegnet Anderen in
Liebe.
Die Christen in der
Urgemeinde sahen Jesus Christus als Verkörperung der
Prophezeiung Jeremias. Jesus hat das Gesetz verinnerlicht und folgte
den Geboten Gottes. Durch ihn war Gott zu erkennen. Und als Jesus bei
seiner Himmelfahrt die Erde wieder verließ, sandte er den
Tröster, den Heiligen Geist. Der Heilige Geist als Kraft, die
befähigt Gottes Willen zu leben, sein Gesetz im Herzen zu
tragen.
Wir können
dazu beitragen in der Gemeinde Gott zu erkennen, wenn wir in Gottes
Geist leben, Gottes Gebote im Herzen haben und einander in Liebe
begegnen. Mehr ist es nicht, weniger auch nicht! Und das ist es, was
uns zur Liebe befähigt. Was uns als Kinder glauben
ließ, dass in Anwesenheit der Mutter eine Wunde schneller
heilen lässt. Und Gottes Geist, seine Liebe, ist es auch, die
befähigt Menschen in Not beizustehen und ihnen neue Wege weist.
Pfarrerin Sabine
Baier,
Kammerstein
Gebet:
Gott, sende uns deinen Geist und lenke uns nach deinem Willen, dass wir
dir mit aufrichtigem Herzen dienen. Amen.
Lied 156: Komm,
Heiliger Geist
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