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ZDF attackiert erneut christliches Jesus-Bild
"Terra
X-Sendung wärmt Scheintod- und Indien-Thesen auf
Beim
ZDF ist es schon Tradition: Informationssendungen über Jesus
stellen das christliche Jesus-Bild – gemeint sind
Grundaussagen über Jesus Christus nach Schrift und Bekenntnis
– massiv in Frage. Und zwar meist aus der Warte
esoterik-naher Positionen. So sahen sich Millionen von Zuschauern am
Sonntagabend, den 22. Januar, mit merkwürdigen Thesen und
Hypothesen über Jesu Leben und Tod konfrontiert. In der
„Terra X“-Folge „Der Fall
Jesus“ von Renate Beyer wurde die rund ein Jahrhundert alte
Legende, Jesus sei in seinen unbekannten Jahren in Indien gewesen und
dort schließlich auch gestorben, neu und mit
spürbarer Sympathie aufgewärmt.
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Natürlich
kann und muss sich jeder sein eigenes Bild von Jesus machen. Aber sich
hierbei an den geschichtlichen Vorgaben zu orientieren, das sollte auch
auf dem Gebiet der Religion – zumindest wenn es sich um
geschichtlich gebundene Religionen handelt – Gewissenssache
sein. Foto: Imago
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Jesus in Kaschmir begraben?
Das Ganze geschah unter dem hochtrabenden Untertitel „Der
Galiläer im Visier der Forschung“. Dabei wurde
insgesamt der unzutreffende, ja irreführende Eindruck
vermittelt, als drehe sich „die“ Forschung um genau
diese Fragen – und als sei die
„Indien“-Legende am Ende genau so wahrscheinlich
oder unwahrscheinlich wie die „legendären“
Darstellungen der neutestamentlichen Evangelien. In Wahrheit diskutiert
ernsthafte Forschung diese Thematik praktisch kaum. Es handelt sich um
sektiererische Hypothesen und höchst fragwürdige
Quellen, mit deren Hilfe eine Nähe zwischen Jesus und
Buddhismus, zwischen Auferstehungs- und Seelenwanderungsglaube
konstruiert werden soll, die ihrerseits wissenschaftlich gerade nicht
seriös behauptet werden kann.
Tatsache ist vielmehr: Die dem christlichen Glauben
grundsätzlich entgegenstehenden Behauptungen, Jesus sei in
jüngeren Jahren in Indien gewesen, in Jerusalem nicht wirklich
gestorben und später wiederum in Kaschmir begraben worden,
sind religionswissenschaftlich längst als unhaltbar widerlegt.
Autoren wie Siegfried Obermeier („Starb Jesus in
Kaschmir?“, 1993) und Holger Kersten („Jesus starb
in Indien“, 1983), die derlei Thesen populär
machten, sind zu keiner Zeit Universitätswissenschaftler
gewesen.
Dagegen hat der seriöse Religionswissenschaftler
Norbert Klatt bereits 1988 in seinem Buch „Lebte Jesus in
Indien? Eine religionsgeschichtliche Klärung“ mit
dieser Art von Volksverdummung aufgeräumt. Auch
Günter Grönbold („Jesus in Indien
– das Ende einer Legende“,1985) und Salcia Landmann
(„Jesus starb nicht in Kaschmir. Ohne Kreuzestod kein
Christentum“,1996) haben dazu beigetragen, der
vorsätzlichen Verwirrung entgegenzutreten.
Das ZDF ist sich nun wieder einmal nicht zu gut gewesen,
pseudo-wissenschaftliche Thesen um Jesus neu aufzuwärmen. Es
begann in der besagten „Terra X“-Sendung schon
damit, dass gesagt wurde, „manche Forscher“ gingen
davon aus, dass Jesus vor Beginn seiner
Verkündigungstätigkeit verheiratet gewesen sei. Dabei
hatte ein anderer ZDF-Film in derselben Reihe erst eine Woche zuvor
(siehe Meldung auf Seite 4) entsprechende esoterisch
geförderte Thesen dieser Art als
„Legenden“ kritisch entlarvt. Doch jener Beitrag
scheint eine Ausnahme gewesen zu sein. Dabei hätten genau die
Thesen vom „indischen“, nämlich
buddhismus-getränkten Jesus und vom Jerusalemer
„Scheintod“ genau derselben, hellsichtigen
Entlarvung bedurft.
Jesus von Buddha inspiriert?
Schon vor über hundert Jahren hatte der
Religionswissenschaftler Richard Garbe zu bedenken gegeben:
„Die Ähnlichkeiten zwischen buddhistischen und
neutestamentlichen Erzählungen haben einen Tummelplatz des
Dilettantismus geschaffen, auf dem seit langer Zeit ein
fröhliches Leben herrscht“ (Indien und das
Christentum. Eine Untersuchung der religionsgeschichtlichen
Zusammenhänge“, 1914). Die neue ZDF-Sendung bleibt
hier dilettantisch und fragt suggestiv: „Ließ sich
der Begründer des christlichen Glaubens von Buddha
inspirieren?“ Die Sendung sinnierte: Übte sich der
Mann aus Nazareth in indischer Askese? Hat er vielleicht deshalb auch
die Kreuzesmarter überlebt?
Die Zuschauer bekamen zu hören, beispielsweise das Wunder von
der Brotvermehrung Jesu sei von der Art, wie sie nur Magiern
zugesprochen werde. Dass die betreffende Wundererzählung im
Neuen Testament aber nichts mit Magie oder Esoterik zu tun hat, jedoch
sehr viel mit einer sehr ähnlichen Geschichte im Alten
Testament, wird verschwiegen.
Keine handfesten Argumente
Erst im Laufe der Neuzeit war die Behauptung aufgetaucht, dass Jesus
nicht am Kreuz gestorben, sondern nur scheintot gewesen sei und
weitergelebt habe. Aus mancherlei durchsichtigen Interessen heraus, zu
denen gewisse sektierische ebenso zählen wie rationalistische,
wurde jene Scheintod-These logischerweise mit einer Negation der
Auferstehungsbotschaft verknüpft. Man begegnet derartigen
Versuchen innerhalb der modernen theologischen Diskussion seit Heinrich
Eberhard Gottlob Paulus (1761-1851), dessen Buch „Das Leben
Jesu als Grundlage einer reinen Geschichte des
Urchristentums“ (1828) etliche Nachahmer gefunden hat
– bis hinein in unsere Zeit.
Dass derlei Konstrukte jedoch in
der Sache unhaltbar sind, haben nicht nur namhafte Neutestamentler wie
Martin Hengel und Roman Heiligenthal, sondern selbst ein Journalist wie
Günther Nenning („Buddha, Jesus und der Rest der
Welt“, 1999) vermerkt. In der ZDF-Sendung selbst betonte der
Neutestamentler Professor Wolfgang Stegemann von der
Augustana-Hochschule Neuendettelsau, es gebe keinen Hinweis, dass Jesus
je das Land Israel verlassen habe. Aber solche Aussagen und
ähnliche Interview-Ausschnitte dienten in dem Film, der
durchsichtig ein anderes Ziel verfolgte, lediglich dazu, den Anschein
der Seriosität zu wahren.
Dem von den ältesten
Quellen überlieferten Befund des Todes Jesu am Kreuz
entspricht das Apostolische Glaubensbekenntnis, wenn es
ausdrücklich formuliert: „gestorben und
begraben“. Der höchst spekulative ZDF-Beitrag
über den „Fall Jesus“ richtet sich wie
schon manch früherer Jesus-Film des ZDF – etwa 2003
in der Reihe „Discovery“ oder eine Sendung
über „Maria Magdalena“ am Karfreitag 2005
– der Intention nach gegen das christliche Grundbekenntnis,
ohne wirklich substanzielle Argumente in der Hand zu haben. Eigentlich
ein Skandal!
Werner
Thiede
Füreinander beten
Darum
auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an
den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre
ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem
Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der
Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn
zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr
erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die
Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie
überschwenglich groß seine Kraft an uns, die wir
glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde,
mit der er in Christus gewirkt hat.
Epheser
1,15–20a
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Paulus bittet um
den Geist der Weisheit für seine Mitchristen. Im Gottesdienst
bitten wir für alle Menschen und dazu brauchen wir den
Heiligen Geist. Foto: epd
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„Einfach
spitze, dass ihr da seid!“ sagt mir eine Freundin zum
Jahresanfang und strahlt mich an. Ich freue mich wie ein Kind
– was für ein Geschenk! Worte, die wärmen
mitten im Winter und die Mut machen, den Weg in das Jahr hoffnungsvoll
zu beginnen – wo ich doch gelegentlich so gar nicht zufrieden
mit mir und meinem Da-Sein bin und das Gefühl habe, mir selber
und anderen im Weg zu stehen. Und da kommt jemand und sagt
„Danke“ dafür, dass es mich gibt. Sicher
ist das auch ein Danke an mich – aber doch nicht nur. Mein
Da-Sein ist schließlich keine Leistung, sondern Geschenk:
„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!“ lautet
die Losung aus dem 1. Korintherbrief, die ich im Neujahrsgottesdienst
für mich gezogen habe. Sie gilt nicht nur mir, sondern allen
Menschen. Grund genug, Gott zu danken für die wunderbare
Vielfalt an Menschen, die um mich herum leben, für ihren
Glauben und ihre Liebe.
Für
Paulus sind seine Mitchristen Grund zum Danken: „Ich
höre nicht auf, für euch zu danken...“ Mich
beschämt das ein wenig, empfinde ich doch manchmal Mitchristen
als lästig, ja geradezu als Last, die zu tragen ich nicht
immer gewillt bin. Wer kennt das nicht: Menschen, bei denen ich am
liebsten die Straßenseite wechseln würde, weil sie
immer so viel zu erzählen haben, besonders, wenn vor mir ein
wichtiger Termin liegt. Oder Menschen, die immer gute
Ratschläge parat haben, die ich aber gerade überhaupt
nicht hören will. Menschen, die anscheinend immer Streit
suchen, selbst wenn es um nichtige Dinge geht. Möglicherweise
bin ich selbst einer von diesen Menschen?
Sicher
ist auch Paulus nicht immer nur gut mit allen ausgekommen. Aber in dem,
was er für die Gemeinde in Ephesus tut, liegt ein
Schlüssel zu dem Geheimnis, wie wir alle als Christen in aller
Unterschiedlichkeit miteinander und füreinander leben
können. Denn Gott „Danke“ sagen, auch
für die Menschen, mit denen ich es schwer habe, kann Leben
verändern – das der anderen und meines. Ein
Dankgebet zu sprechen lenkt den Blick darauf, dass jeder von Gott seine
besondere Würde und seinen eigenen Wert bekommen hat
– und ich darf mich daran machen, ihn zu entdecken.
Für einen anderen Menschen danken macht mich aufmerksam auf
seine Stärken und barmherzig im Umgang mit seinen
Schwächen. Es lässt mich den anderen mit den Augen
Jesu sehen. Und dann erkenne ich auch, wo mein Nächster meine
Fürbitte braucht. Um den Geist der Weisheit für seine
Mitchristen bittet Paulus; darum, dass sie Christus erkennen. Im
Gottesdienst bitten wir für alle Menschen, die Gottes
Nähe brauchen. Auch den Menschen in unserem
persönlichen Umfeld tut ein Gebet für sie gut
– so wie es uns guttut, wenn andere für uns beten:
„Ich danke Gott, dass du da bist; und ich bitte ihn, dich zu
bewahren. Amen.“
Pfarrerin
Katharina Winkler, Rothenburg
Gebet:
Herr, unser Gott, lass uns füreinander sorgen
– durch Essen und Trinken, Kleidung und ein Dach
überm Kopf, und durch unsere Gebete, Gedanken der Liebe
für die Menschen, die uns aufgetragen sind. Amen.
Lied
EG 334: Danke für diesen guten Morgen
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