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Früher: Da lebten die Menschen kürzer, da gab es weniger Pflegebedürftige als heute. Die alten Menschen lebten mit auf dem Hof im Austragshäuschen. Das Essen wurde ihnen gebracht und wenn notwendig, wurden sie gebettet, wurde ein Verband gewechselt. Darin erschöpfte sich früher vor allem auf dem Land die Kranken- und Altenpflege.
Pflegebedürftige zu Hause
Wenn nun ein pflegebedürftiger Angehöriger im Haus ist, wird die Lage manchmal problematisch. Und das ist seit einigen Jahren immer häufiger der Fall. Etliche ältere Menschen gehen in ein Heim - sei es ein Altenheim oder ein Pflegeheim. Manchmal lässt sich das auch nicht vermeiden, zum Beispiel wenn der Pflegebedürftige sehr verwirrt ist und nicht aus den Augen gelassen werden kann.
Kurse für Laien
Um das notwendige Grundwissen zu erlangen, das fachgerechte Pflege nun einmal verlangt, bieten die Wohlfahrtsverbände, voran das Diakonische Werk, Pflegekurse an. Seit rund sieben Jahren laufen bei den örtlichen Krankenvereinen beziehungsweise Diakoniestationen Kurse. Dort werden an mehreren Abenden die Lerninhalte der häuslichen Kranken- und Altenpflege vermittelt.
Urlaub von der Pflege
Außerdem haben Angehörige einen jährlichen Anspruch auf Kurz- oder Ersatzpflege. Das beinhaltet, dass der Pflegebedürftige für bis zu vier Wochen im Jahr in eine Einrichtung gebracht werden kann. Zum Beispiel, wenn die Angehörigen Urlaub machen wollen oder krank werden. "Aber auch eine Laienhelferin, die sich zum Beispiel wöchentlich einen Nachmittag um den Pflegebedürftigen kümmert, kann in Anspruch genommen werden", erklärt Dietl. 2.800 Mark im Jahr stehen dafür von der Pflegekasse zur Verfügung.
Auskünfte geben neben den Beratungsstellen auch die örtliche Diakonie-Station oder die Krankenkasse. Spoerl/Ilgenfritz
Da klagt einer über die Vergänglichkeit des Menschen. Aber nicht nur die belastet ihn, sondern erst recht, dass Gott sein kurzlebiges, unvollkommenes Geschöpf ständig im Auge behält. Wenn schon die Tage des Menschen von Gott her bemessen sind, dann sollte Gott den Menschen doch wenigstens in Ruhe lassen. Das bisschen Leben! Wenn man dabei wenigstens ungestört bleiben könnte und das kleine Glück und kleine Freuden genießen könnte - ohne Gott.
So spricht ein Mensch, dem Gott nicht gleichgültig ist, sondern der - ganz im Gegenteil - voller Vertrauen auf Gott gelebt hat.
Hiob, so berichtet uns die Bibel, war "fromm und gottesfürchtig". Und nun solche Worte. Was war geschehen? Hiob ist ein Mensch, der so lebt, wie es Gott gefällt. Und es geht ihm gut. Er hat eine gesunde Familie und ist sehr wohlhabend. Da, so erzählt das Buch Hiob weiter, erlaubt Gott dem Satan, ihn zu prüfen um zu sehen, ob Hiob auch im Unglück fromm bleibt. Hiob verliert alles, was er hat: Haus, Hof und Vieh, ja sogar die Kinder und Schwiegerkinder.
Doch Hiob hält an Gott fest. Auch als er selbst mit einer ekelerregenden Krankheit geschlagen wird, bleibt er Gott ergeben und beklagt sich nicht.
Drei Freunde Hiobs hören von seiner Not. Sie reden auf ihn ein: "Das Ganze ist eine Strafe Gottes. Du hast Schuld auf dich geladen und deshalb musst du jetzt leiden." Hiob wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Er hat keine Erklärung für sein Leid. Er versteht Gott nicht mehr.
Auf diesem Hintergrund sind die Worte aus dem Buch Hiob zu hören. Und sie bergen Botschaften in sich, "Hiobs-Botschaften" ganz anderer Art:
Hiob zeigt, dass kein Mensch, den Leid getroffen hat, sich von anderen zum Versager, zur Versagerin abstempeln lassen muss. Hiob erinnert an das gute Recht der Leidenden und Geschlagenen: sich zu wehren, wenn ihnen unbegründete Schuldgefühle eingeredet werden sollen. So ist Hiob der große Leidensgefährte aller Menschen, die sich an ihrem Schicksal reiben und es nicht verstehen können. Gerade ihnen macht die biblische Erzählung von Hiob Mut zum Klagen. "Klagen" - das bedeutet nicht "vor sich hinjammern". Sondern, dass wir es lernen und wagen, vor Gott und den Menschen auszusprechen, was uns bedrängt:
"Gott, warum nur? Ich verstehe dich nicht. Warum lässt du das zu?"
Wir dürfen so reden, so klagen und fragen - das hat nichts mit Respektlosigkeit Gott gegenüber zu tun. Es ist ein Ausdruck dessen, dass wir Gott ganz ernst nehmen.
Für Hiob ist es keine Frage, dass Gott ihn sieht und ihn hört, auch wenn er in seiner Situation von Gottes Nähe nichts spürt. Gleichgültigkeit Gott gegenüber kennt er nicht. Er ringt mit Gott. Er fordert ihn heraus, macht ihm Vorwürfe. Er versteht Gott nicht und hält dennoch an ihm fest. Er wartet auf Antwort. Auf dem Höhepunkt des Hiobbuches geschieht es dann: Gott tritt ihm gegenüber, es kommt zur Begegnung. Und endlich bricht Gott sein Schweigen. Er gibt Antwort, ohne Hiob alle Rätsel zu erklären. Aber für Hiob wird dadurch alles anders. Er erfährt, dass Gott reagiert, weil es ihm nicht egal ist, wenn Menschen leiden.
Auch heute noch bleiben Menschen nicht verschont von quälenden "Warum"-Fragen, die wir nicht beantworten können.
Mögen sie doch erfahren, dass Gott sich gerade ihnen aufmerksam zuwendet.
Pfarrerin Hedwig Stünzendörfer,
Wir beten:
Lied 365:
Von Gott will ich nicht lassen.
Foto: privat
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